Was für ein Glück, ich flieg mit Jean-Luc!

Drei gegen den Borg-Würfel: In dieser „Last man standing“-Operation freuen sich Janeway und Picard zu lange über ihre schicken Schiffchen, während Gul Dukat gleich zweimal stirbt. Ein Mangel an Würfeln wird festgestellt – und die nächste Schiffsbestellung auf den Weg gebracht.

X-Wing, D&D-Attack Wing, Star Trek-Attack Wing… Das Flight Path-System dient nun bereits drei großen Franchises für ihre regelmäßigen Veröffentlichungen. Nach X-Wing und dem D&D-Ableger habe ich nun innerhalb kurzer Zeit mehrfach das Vergnügen gehabt, mich mit dem Star Trek-Ableger auseinanderzusetzen. Ich gebe es offen zu: Ich mag die Filme (auch die ganz neuen), ich hab viel von der „Next Generation“, einiges von DS9, ein wenig Voyager, etwas „Enterprise“ (mit Cap. Archer) und eine Prise „old school“ Enterprise mit dem Shattner-Kirk gesehen. Aber weder könnte ich die einzelnen Schiffe identifizieren noch mit allen Völkern etwas anfangen, die da bisweilen genannt werden. Jem’Haddar? Breen? Kann man das essen?

1479108_816791051718688_3094771595679884946_nNichtsdestotrotz habe ich mich mit dem Star Trek Attack Wing-Virus infizieren lassen (schönen Dank auch!) und kürzlich die Chance gehabt, im Rahmen einer Mission rund um einen sich zufällig bewegenden Borg-Würfel mit zwei Gegnern eine 130-Punkte-Schlacht zu schlagen. Ich würde jetzt gerne im Detail berichten, wer meine Gegenspieler waren: Allein, mein Gedächtnis und meine (Un)Kenntnisse der Materie verhindern dies. Es waren – soviel weiß ich noch – auf der einen Seite drei Schiffe des Dominion – und auf der anderen Seite eine gemischte Flotte aus Romulanern und der berüchtigten Spezies 8472 (die, wie ich mir habe erklären lassen, so speziell sind, dass nicht mal die Borg sie assimilieren können – oder wollen?).

Ich für meinen Teil durfte zwei der ikonischsten Raumschiffe der Föderation zusammen mit ihren legendären Kapitänen in die Schlacht führen: die Voyager mit Captain Janeway sowie die Enterprise E mit Captain Jean-Luc Picard.

Erstere wurde unterstützt von Tom Paris (ein zusätzlicher Defensiv-Würfel), dem Vulkanier Tuvok (ein Zusatzwürfel beim Angriff mit einer Sekundär-Waffe) sowie so netten Upgrades wie dem Ablative Generator (nein, der hat nix mit Latein und Grammatik zu tun!) und den Transphasic Torpedoes. Während der Generator mal eben einfach formuliert fünf Hüllenpunkte dem Schiff hinzufügt, darf man mit den Transphasic Torpedoes einmalig mit 10 Angriffswürfeln angreifen (Target lock vorausgesetzt). Beide Upgrades sind mit zehn Punkten zwar auch reichlich teuer (zumindest kommt das mir als STAW-Noob so in den Sinn, wenn ich bedenke, dass manche Schiffe kaum mehr als 20 Punkte auf die Waage bringen), können aber sehr lebensverlängernd (für die Voyager) und lebensverkürzend (für den Gegner) wirken. Packt man noch das sogenannte „Bio-Neural Circuitry“ drauf, bekommt man einmalig die Möglichkeit, alle Würfel erneut zu werfen. Sollte man also mit den Transphasic Torpedoes nur einen alten Stiefel und ein bisschen Weltraumschrott getroffen haben: Voila! Hier ist Deine zweite Chance!

Natürlich kam diese Kombination auch in der Schlacht zum Einsatz – und bedeutete das Ende für Gul Dukat, der alles andere als erfreut über diesen Umstand war.

Aber zu meinem zweiten Schiff an diesem Abend: Die Enterprise E!

10445550_816791138385346_3565236144260134418_nKenner der Materie wissen sofort, wann und wo das Schiff überhaupt nur über die Bildschirme geflogen ist, mir reicht dagegen die wunderbare Auswahl an Crew-Mitgliedern, die keine Wünsche offen lässt. Riker, Troi, LaForge – sie (und noch einige mehr) wollen mitgenommen werden- und lassen die E punktemäßig schnell auf das Doppelte ihres Ursprungswertes anwachsen. Verpasst man seinem Captain dann noch ein Elite-Talent, baut vielleicht noch ein paar Torpedos ein – merkt man schnell: dieses Schiffchen sollte man gut behüten, denn ist es weg, sind gleich ziemlich viele Punkte futsch (und die arme Crew muss in einer Rettungsfähre darauf warten, geborgen zu werden).

Die Ausgangslage der Mission (kurz zusammengefasst): In der Mitte des Spielfeldes befindet sich ein großer, böser Borgwürfel, der nicht zerstört werden kann und sich in jeder Runde zufällig bewegt (allerdings nie das Spielfeld verlässt). Einmal in Reichweite zwei, assimiliert er zunächst Crew, Ausrüstung und Captain (in zufälliger Reihenfolge), ehe er dann beginnt, mit acht Angriffswürfeln zu feuern.

Das naheliegende Ziel für die beteiligten Parteien: Möglichst lange überleben – „last man standing“ sozusagen.

Den Spielverlauf zusammengefasst: Der Dominion-Spieler machte den Fehler, seine Flotte zu splitten und so ein leichtes Ziel für seine Gegner zu sein. Der Borgwürfel spielte zunächst keine größere Rolle, da sich die Gefechte in erster Linie am Rand der Karte abspielten. Die zwei kleineren Schiffe wurden alsbald Opfer von Enterprise und Voyager, während Gul Dukat zwischen den drei Schiffen des dritten Mitspielers und des sich bewegenden Borgwürfels zerrieben wurde.

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Sozial, wie wir sind, ließen wir ihn, nachdem seine Flotte zerstört war, mit Gul Dukat noch einmal starten – das Endergebnis war das Gleiche.

Am Ende des Abends blieben eine leicht zerbröselte Enterprise E (ein Advanced Shield, zwei Hüllen-Punkte) sowie ein noch gut intaktes romulanisches Schiff (Name gerade entfallen) über – wir einigten uns auf Unentschieden, aber bei normalen Ablauf hätte die schöne E wohl alsbald den Weg auf den großen Raumschifffriedhof angetreten.

Ein insgesamt höchst amüsanter und spannender Abend neigte sich schließlich dem Ende entgegen, an dem viele interessante Duelle, höchst spektakuläre Würfelergebnisse und dramatische Regellücken offenbar wurden („Also, meine E kann nicht feuern, weil ich vorhin vergessen habe, den ‚disable‘-Marker auf die Torpedos zu legen… Damn!“). Fazit: Verdammt, ich bin mehr als nur „angefixed“…