Star Trek Attack Wing – Welle 4 – Besprechung – U.S.S. Voyager, Bioship Alpha, Borg Sphere 4270, Nistrim Raider

Die neue Welle 4 bedeutet für  Star Trek Attack Wing Veränderungen.

Und das in mehr als einer Hinsicht.

Daher, noch bevor wir zu den neuen Schiffen kommen, einiges vorab:

Welle 4 ist die letzte Welle, die von beiden Designern des Spiels, Andrew Parks und Christopher Guild gemeinsam entworfen wurde.

Wie jetzt bekannt wurde, tritt Andrew Parks nunmehr von der Brücke und überlässt das Spiel seinem Freund und Weggefährten Christopher Guild.

(Wir berichteten hierüber bereits an dieser Stelle).

Welle 4 ist auch die (vorerst?) letzte Welle, die aus vier neuen Schiffen besteht.

Ab Welle 5, werden nur noch drei Schiffe eine Welle ausmachen.

Dafür wird die Frequenz auf eine Welle pro Monat erhöht!

Doch jetzt zu den Schiffen.

Die Welle umfasst die vielleicht bedeutensten neuen Schiffe seit Beginn des Spieles. Es werde direkt drei neue Fraktionen eingeführt. Und was für welche:

Die mächtigsten und gefährlichsten Gegner der Föderation, die Borg, treten mit einem ersten Schiff der „Borg Sphere 4270“  und einem Bündel neuer Regeln zum ersten mal bei Attack Wing in Erscheinung.

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Die Borg verfügen nicht nur über eine neue Aktion („Regeneration„), sondern auch über eine einzigartige Fortbewegungsweise, das sog. „Spin Manöver„, welches ihre Einzigartigkeit und hohe technologische Entwicklungsstufe abbildet.

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Zwar wurden die Borg im weiteren Verlauf ihrer Existenz im Star Trek-Universum doch arg verwässert,  zu Beginn ihrer Karriere (zu Zeiten von TNG) waren sie aber doch das Bedrohlichste, was der Föderation bisher begegnet war.

Und diesem Ruf wird die Fraktion mit ihrem ersten Schiff gerecht.

Doch nicht nur die Borg greifen jetzt ins Geschehen ein. Auch die Nemesis der Borg, die Spezies 8472, bekannt aus Star Trek – Voyager,  kommt mit der Welle 4 an den Spieltisch.

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Das Bioship Alpha startet, ebenfalls ausgerüstet mit der neuen Regeneration-Aktion und mächtigen Fähigkeiten, u.a. auch einer überraschenden Bewegungsmöglichkeit („Quantum Singularity„), in das Spiel.

Überhaupt ist Welle 4 eine Abkehr von den Völkern der Alpha, Beta und Gamma Quadranten, hin zu denen aus dem Delta Quadranten.

Die einzige der etablierten Fraktionen, die ein neues Schiff erhält, ist die Föderation.

Natürlich tritt mit Welle 4 die U.S.S. Voyager auf den Plan, wenn sich das Spiel nunmehr in den Delta Quadranten bewegt.

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Und was für eine fette Erweiterung der Voyager-Pack doch ist!

Die Erweiterungsschachtel ist mit deutlich mehr Tiefgang versehen, d.h. deutlich vergrößert worden, um den vielen Tokens und Karten Platz zu bieten, die für das Schiff und die mit ihm zu spielende erste Solomission des Spiels („Endgame„) benötigt werden.

Demgegenüber fällt das vierte und letzte Schiff der Welle, der Nistrim Raider, irgendwie ab.

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Nach der Aufregung um die beiden neuen extrem mächtigen Fraktionen Borg und Spezies 8472 und die Voyager, die die Föderations-Spieler mit einem neuen Schiff ausstattet, was ab hier wohl in nahezu jeder Föderations-Liste zu sehen sein wird, wird im Netz bisher kaum über die dritte neue Fraktion des Spiels, die Kazon, gesprochen.

Warum auch. Zunächst ist noch kein zweites Schiff für diese Fraktion angekündigt und auch die Spielwerte und Karten des ersten Schiffes erreichen offensichtlich nicht das „Powerlevel“ der anderen drei Schiffe der Welle.

Klar hat der Nistrim Raider keinen leichten Stand in dieser Welle, aber dennoch werden wir uns in dieser Besprechung auch dieser Fraktion widmen.

Die Qualität des Spielzeugs:

Allgemein fällt auf, dass die Bemalung der Schiffe sich Stück für Stück weiter verbessert.

In dieser Welle haben wir dann auch das bisher bestangemalte Schiff aller Modelle bisher. Das Bioship Alpha als Maßstab genommen und das Spiel hätte viel weniger mit Spott und Hohn zu kämpfen gehabt.

Doch das tolle Schiff kommt wohl zum Preis eines langweiligen Gegenstückes. Gleichzeitg zum besten Schiff kommt denn dann auch – bezeichnenderweise mit dem Kazon Schiff – das in meinen Augen mit am fadsten bemalte Schiff auf den Markt.

20140510_005049Die Welle 4 Schiffe von oben

Mehr dazu später. Zurück zum Begleit-Material.

Die Token Qualität ist – zumindest bei meinen Belegschiffen – im Rahmen dessen geblieben, was wir kennen.

Wenngleich das Druckbild der Karten bei der Bebilderung klarer und besser geworden ist, so ist doch die Qualität, insbesondere die Dicke des Papiers der Spielkarten, rückläufig. Diese ist diesesmal echt kritisch. Selbst für mich, der die Karten in Schutzhüllen (die guten von FFG!) packt und dann in Sammelkarten-Ordnerfolien ablegt, waren die Karten dieses mal zu labberig.

Bei mehr als einer Karte ist mir diese trotz der Stabilisierung durch die Schutzhülle beim Einlegen in die Ordnerfolie eingeknickt.

Das kann’s echt nicht sein. Hier muss wieder ein Trend in die andere Richtung her.

Auch das Finish der Karten fühlt sich etwas anders an als bei früheren Wellen. Irgendwie nicht so trocken… Schwer zu beschreiben.

Trotzdem würde ich sagen, geht die Entwicklung langsam, aber immerhin doch in eine richtige Richtung. Die Boxen enthalten detaillierte Minis, viel Spielmaterial und das Design wird besser. Die Bemalung der Minis erreicht teilweise ungekannte Höhen und verlagert die Tiefen auf das Schiff, was eh ein häßliches-Entlein-Dasein fristen wird. Nicht optimal, aber zu verschmerzen.

Was mir aber noch aufgefallen ist, ist, dass diese Charge teilweise streng riecht.

Ja, genau. Sie riecht. Und das nicht gut. Ich nehme mein Spielzeug mit (fast) allen Sinnen wahr und äußere mich auch darüber, wenn mir Dinge auffallen. Im Guten wie im Schlechten.

Mit diesem Geruch meine ich nicht den „normalen“ Lösungssmittel- und Farbstoffgeruch den man von neuen (Plastik- und Brettspiel)-Sachen kennt. Dieser hier ist intensiver und strenger als das was man als Standard kennt und erwartet.

Insbesondere die Borg und die Voyager Sets waren hiervon betroffen.

Die Tüten, die Marker, am wenigsten noch die Minis, mieften unangenehm nach Lösungsmittel oder etwas ähnlichem. Der Geruch verzog sich halbwegs schnell bzw. wurde weggetütet, als die Karten in Plastikhüllen wanderten. Aber er haftete mir an den Fingern an. Uncool.

Ich werde das Gefühl nicht los, dass hier das Material noch druckfrisch und leicht „feucht“ verpackt wurde und dass dies – grade bei den vollen Packen – zu diesem „Duft“ führte.

Immerhin: der Nistrim Raider hatte dieses Problem fast garnicht und das Bioship war ungefähr auf dem Level der früheren Erweiterungen.

Gut, ich gebe zu, ich bin pingelig, aber wenn es mir schon auffällt, dann schreibe ich es auch!

Die Schiffe im Einzelnen:

Beginnen wir mit dem Schiff, was vielleicht die meisten Spieler am sehnlichsten erwartet haben und welches jetzt schon – nicht zuletzt auf Grund seiner Spielwerte – für intensive Diskussionen unter den Fans führt – ich präsentiere stolz –

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die U.S.S. Voyager 🙂

Ein imposantes Erweiterungspäckchen (deutlich größer und schwerer als alles zuvor dagewesene Material) umfasst neben der ordentlichen, aber leider nicht wirklich überragenden Schiffsminiatur, stolze 23 Karten (!) inklusive vier (doppelseitig bedruckte!) für die neue Solo-Mission „Endgame„.

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Mit 23 Karten stellt die Voyager auch einen neuen Rekord auf, was die Anzahl der im Set enthaltenen Spielkarten angeht und löst die Tinyprise auf diesem Thron ab.

Auch von der Bedeutung für das Spiel konkurrieren Seven of Nine, Tuvok, Tom Paris, der Doctor und Co mit Spock, Scotty und Sulu.

Neben den Spielkarten gibt es Token (in ordentlicher Qualität) in Hülle und Fülle – sicherlich am reizvollsten die drei Borg Cube Token, der eine für die Sphere und natürlich die beiden Transwarp Öffnungen.

Alles in allem hat man endlich mal das Gefühl, mal so richtig was für sein Geld geboten zu bekommen.

Wenn jetzt die Mini und der Paintjob nur etwas besser gewesen wären. Während ich im Großen und Ganzen zufrieden mit der neuen Mini-Qualität bin, nerven mich bei der Voyager doch zwei Dinge.

1.) Da ist ein deutlich sichtbarer Kreis auf der „Untertasse“ oben.

Keine Ahnung, ob das ein Gußgrat oder was anderes ist, aber es stört dann doch optisch. Diesen Makel haben aber alle bisher dagewesenen Voyager-Modelle der WizKids (Fleet Captains, Tactics und nun eben Attack Wing).

2.) Weiter verstehe ich nicht, dass die Warpgondeln den blauen Farbstrich vermissen lassen. Das ist sicherlich leicht korrigiert, aber doch irgendwie albern. Grade wenn ich mir anschaue, welche Liebe zum Detail das Bioship aufweist.

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Alles in Allem bin ich aber Feuer und Flamme für mein neues Schiff und werde so schnell wie möglich die Solo-Mission ausprobieren. Im Neutrale Zone Forum gibt es auch eine selbstentworfene Delta-Quadrant-Mini-Kampagne, die mich schon länger fasziniert hatte, aber jetzt mit Welle 4 umso verlockender klingt!

Das Schiff selber besticht durch einen rückwertigen Feuerwinkel, extrem starke, aber voyagerspezifische Upgrade Karten (Ablative Armour Generator, Transphasic Torpedoes) und starke Spielwerte.

Das Manöverrad bietet auch einiges. Kein einziges rotes Manöver! Ein weißes Gradeaus-6 Manöver. Allerdings auf Kosten des ansonsten bei der Föderation üblichen Rückwärts-Manöver. Die Defiant bleibt auch das einzige Föderationsschiff mit einem Come-About auf dem Rad.

Dennoch ist die Voyager vielleicht das insgesamt am beweglichsten anmutende Föderationsschiff.

Das die Voyager mit 4 Angriffswürfeln auf dem Offensivniveau einer Galaxy-Klasse agiert und die Defiant damit hinter sich lässt, sorgt teilweise für großen Unmut unter den (DS9/Defiant-)Fans.

Der durchaus nachvollziehbare 2er Wert für Agility und die extremen Werte für Schilde (5) und Hülle (4) machen die Voyager mit 30 Flottenpunkten zum bisher teuersten Föderations-Schiff!

Thematisch ist die Erweiterung gut gelungen, auch wenn die Macher sehr, ja vielleicht zu sehr, auf die letzte Folge der Serie „Endgame“ abgestellt haben und Nebenfiguren wie Neelix und Kes komplett außen vor ließen.

Die Kernfiguren sind dabei: Janeway und Chakotay als Captains (8 und 5) mit guten Fähigkeiten. Tuvok, Tom Paris & B’Elanna Torres sind (sehr) starke Upgrade Karten, verstärken sie doch Sekundärwaffen bzw. den Agility Wert bzw. geben einen zusätzlichen Tech- und Waffenupgrade-Slot. Toll!

Auch Harry Kim und der Doctor sind mit am Start. Und grade der Doc besticht durch seine Einsatzmöglichkeit (kann als Crew- oder Tech-Upgrade eingesetzt werden und entfernt Disabled-Token von Crew-Karten!).

Nur Harry ist etwas zu teuer für das was er kann (irgendwas mit Schilde reparieren), aber Harry wird ja eh von allen stiefmütterlich behandelt… 😉

Grade für Turnierspieler wird an dieser Erweiterung kein Weg vorbeiführen. Denn selbst mit der Voyager wird es schwierig werden, der neuen Macht Einhalt zu gebieten, die sich nunmehr einfindet.

Womit wir beim Thema „Widerstand ist zwecklos“ und dem nächsten Schiff der Welle 4 wären

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der Borg Sphere 4270.

Mit ihrer einzigartigen Bewegungsaktion, dem Spin-Manöver, fliegen sich die Borg komplett anders als alle anderen bisherigen Schiffe.

Dem Schiff liegen alleine drei Regelergänzungskarten (eine für Regenerate/Spin Maneuver; eine für Borg Upgrades/Drone Tokens und eine für den Borg Tractor Beam) bei.

Die enthaltene Mission „Fort Knox“ stellt auf zwei doppelseitigen Karten, eine Voyager-Episode nach, bei der es Janeways Idee war, den Borg eine Transwarp-Spule zu stehlen.

Liest sich interessant und ich freue mich drauf, mit der Voyager gegen die Sphäre anzutreten, auch wenn die Föderation nur 60 Punkte gegen die 70 der Sphäre stellen darf.

Die anderen 12 Karten beschäftigen sich mit den Eigenheiten der Borg in Form von Schiffs-, Captains- und Upgradekarten.

Damit ist eine Karte mehr enthalten, als die Inhaltsangabe vermuten lässt.

Noch bevor ich eigene Spielerfahrung sammeln kann habe ich mitbekommen, dass die Borg in den USA und im UK jetzt schon als übermächtig gelten.

Ein 360° Feuerwinkel, durchweg (zu) hohe Werte bei Angriff, Schilden und Hülle (6/7/7), werden durch den 0er Wert in Ausweichen nicht wirklich ausgeglichen.

Auch die Upgrades wie der Borg Cutting Beam (Waffe), Borg Tractor Beam (spezielles Borg Upgrade) oder der  Feedback Pulse (Tech) geben den Borg-Spielern Optionen an die Hand, von bisher nicht dagewesener Stärke.

Der Borg Cutting Beam erlaubt etwa einen Angriff mit 10 Würfeln auf ein durch den Borg Tractor Beam in Reichweite 1 fixiertes Schiff, während der Feedback Pulse einen erfolgreichen Angriff des Gegners negiert und diesen zum Teil auf ihn zurückwirft!

Dazu machen das Crewmitglied Seven of Nine, sowie die Drone Token, die den Captains eine ungeahnte Flexibilität verleihen, die Sphäre zu einem Monster auf dem Spieltisch.

Und genauso soll das ja auch so sein.

Die Borg sind schließlich ein Alptraum (gewesen).

Dies wird deutlich und stimmig umgesetzt.

Für’s heimische Missionsspiel oder privat erstellte Szenarien sind diese Borg ideal.

Für’s Turnierspiel werden sie problematisch sein. Zumindest gehe ich davon aus. Belegen kann ich das nicht, da ich selber kein aktiver Turniergänger bin. Aber da wird sicherlich Feedback kommen, sobald die Welle flächendeckend verfügbar und damit auf den wenigen bundesdeutschen OP-Events Einzug gehalten haben wird.

Gehen wir weg von den Borg und wenden uns der anderen starken neuen Fraktion zu, der Spezies 8472.

Hier habe ich mich in die Miniatur verliebt.

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Das Bioship Alpha sieht einfach nur toll aus.

Auch die Bemalung stellt alles in den Schatten, was wir bis hierher bei Attack Wing hatten. Sowohl Ober- als auch Unterseite wurden  sauber, mehrfarbig und teilweise echt detailliert bemalt – ich sage nur schwarze Linien am Rumpf.

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Ein Traum! Den die Bilder hier nicht annähernd genau wiedergeben können.

Ich konnte der Spezies zu Voyager-Zeiten nicht viel abgewinnen, aber dies Schiffchen muss gespielt werden. Und ich erwische mich dabei, wie ich auf ein Bioship Beta als weiteren Release (zur Not als Preisschiff) hoffe!!

Auch der Kartensatz, der das Schiff begleitet, ist heftig.

Mit dem Tech-Upgrade „Quantum Singularity“ wird es dem Bioship möglich in den Fluidic Space zu verschwinden und an einem anderen Ort des Spielfeldes wieder aufzutauchen. Wie cool ist das denn, bitte?

Eine eigene Barrage of Fire Version mit dem Titel „Energy Focusing Ship“ (Waffen Upgrade) ist ebenfalls erhalten, die es, thematisch passend, dem Schiff ermöglicht, sein Feuer mit dem anderer Schiffe zu kombinieren!

Damit ähnelte Species 8472 schon zu Voyager-Zeiten den Vorlonen aus Babylon 5 und ich freue mich, dass diese Besonderheit auch ins Spiel gerettet wurde! Optisch, wie inhaltlich. Toll, toll, toll.

Die Pilotenfähigkeit des Bioship Alpha Piloten, einem Skill 7 Captain mit Elite Talent Slot, ist gefährlich. Erlaubt sie doch, nachdem alle Spieler ihre Manöverräder eingestellt haben, sich ein Schiff in Reichweite 1 herauszupicken, sich dessen Manöver anzuschauen und dannach sein eigenes Manöver einzurichten!

Geht auf Kosten einer Aktion, aber trotzdem mächtig mächtig!

Die Fähigkeiten und Karten fangen thematisch nahezu alles ein, wie ich es in Erinnerung habe aus den relevanten Voyager-Folgen.

Auf dem Papier wirkt das alles sehr lohnend.

Die Regenerate Fähigkeit, die es ermöglicht, einen Hüllenschaden (nach Wahl kritisch oder normal) auf Kosten einer Aktion und eines Angriffsverbotes in der Runde, zu reparieren, entspricht der der Borg. Passenderweise hat Spezies 8472 diese Aktion auch und unterstützt sie mit dem Tech-Upgrade „Extraordinary Immune Response„, die es einem angeschlagen Schiff erlaubt, zusätzliche Verteidigungswürfel in Höhe der Anzahl seiner Hüllenschäden zu werfen!

Darüber hinaus bekommt die Fraktion mit „Bio-Electric Intereference“ ein (ich nenne das jetzt mal) „Token-Buster“-Tech-Upgrade.

Mit der durch diese Karte verliehenen Aktion, können die Wesen aus der Fluidic Space ihre Gegner zwingen, alle Token (außer Auxiliary Power Token) abzulegen! Das gilt auch für Cloak Token.

Gut, diese Schiffe dürfen direkt ihre Schilde aktivieren, aber trotzdem sehr praktisch.

Gekoppelt mit starken Werten (von 6/2/5/6) die zur hohen Punktezahl von 38 für die Alpha Version führen, und einem „klingonisch“ anmutenden Manöverrad, dürfte sich das Bioship als mein Geheimtipp der Welle 4 entpuppen!

Die enthaltene Mission „Scorpion“ stellt die Ereignisse um die Janeway-Borg-Allianz gegen die Species 8472 aus der gleichnamigen Voyager-Doppelfolge „Scorpion“ nach.

 

Kommen wir zum Schluß der theoretischen Besprechung der Schiffe der Welle 4 noch zum Nistrim Raider.

Man kann sagen was man will, aber inhaltlich sitzt diese Welle fest im Sattel.

Die Ausstattung aller vier Schiffe hat thematisch gesehen Hand und Fuß.

Der Raider hat mit Cullah, den bekanntesten Kazon Maje als Captain (Wert 4) und mit Seska die wohl noch am interessantesten Figur unter den Kazon als Crewmitglied mit an Bord.

Auch die anderen Crew-Mitglieder und Upgrades passen gut, auch wenn ich für die Tarnfähigkeit verleihende Karte „Masking Circuitry“ erstmal die Memory-Alpha Datenbank bemühen musste.

Die „Kazon Boarding Party“ erlaubt es einem gegnerischen Schiff, dem grade 2 Schadenspunkte zugefügt wurden, ein Tech-Upgrade zu stehlen und dieses auf dem eigenen Schiff einzubinden. Die Karte ist zwar nicht einzigartig, aber kazonexklusiv.

Die Sonderfähigkeit des Nistrim Raiders besteht darin, gegen Schiffe, die einen eigenen Scan-Token neben ihrem Schiff haben, zwei zusätzliche Angriffswürfel zu erhalten, was eine Verdoppelung der normalen Angriffswürfelanzahl darstellt. Die Werte 2/2/3/3 sorgen für ein billiges, aber auch nicht all zu haltbares Schiff.

Die meisten Upgrade Karten sind darüber hinaus auch noch einzigartig, so dass sich ein Mehrfachkauf dieses Schiffes als allerletztes aufdrängt. Alleine wegen zusätzlicher Kazon Boarding Parties braucht man das Schiff jedenfalls meines Erachtens nach nicht mehrfach zu kaufen.

Mit lediglich 13 Karten (zwei davon für die Mission „Stolen Technology„) ist der Raider die „dünnste“ Erweiterung aus Welle 4 und auch das Schiff ist am einfaltslosesten bemalt. Und damit schließe ich die früheren Wellen mit ein.

Dabei sieht die Mini dem Grunde nach garnicht so schlecht aus…

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Für mich drängt sich der Vergleich mit der Preatus auf. Auch diese Erweiterung hatte wenig Karten, mittelprächtige Werte und einen überschaubaren Paintjob. Aber immerhin hatte die Praetus Captain Valdore und die Cloaked Mines. Bleibt abzuwarten, wie sich das Kazon-Schiff auf dem Brett verhält und ob die Mission vielleicht viel Spass macht.

Soviel zum ersten Eindruck der Welle 4, frisch aus ihren Booster Packs, heraus.

Das (theoretische) Fazit:

Ich bin begeistert und brenne darauf, die Schiffe auszuprobieren, die Neuerungen zu testen und mich an den Missionen zu versuchen.

Allein vom Anfassen, Auspacken und dem ersten Eindruck würde ich sagen, kommt hier eine Welle an den Start, von der man im Grunde jedes Schiff kaufen kann, ja drei quasi kaufen muss.

Zugegebenermaßen braucht man den Nistrim Raider nicht wirklich.

Aber die drei anderen. Vielleicht Bioship und Borg Sphere sogar doppelt.

Allerdings bleibt abzuwarten, wie sich diese drei neuen Schiffe, mit ihren hohen Werten, den massiv mächtigen Upgrade Karten (10er Angriffe für die Borg und die Föderation, wenn sie die Voyager nutzt) die zwar thematisch richtig und angemessen sind, auf das Spiel auswirken werden und ob damit eine neue (Aus-)Richtung für die Zukunft vorgegeben wird.

Die Frage wird jetzt sein, ob dies der Beginn einer Macht-Spirale wird, die zur Folge hat, dass nur noch die stärksten und teuersten (die neusten?) Schiffe spielbar sind und große Teile der alten Flottenbestände unspielbar werden.

Ich versuche mich als Prophet und sage „Ja“ und „Nein“ gleichzeitig.

Klar, die Borg (und auch Spezies 8472) stellen das Machtgefüge auf den Kopf, alleine was die Haltbarkeit der Schiffe und (vorallem auch) was die rohe Kraft ihrer Waffen angeht.

Allerdings bekommen dadurch auch alte Karten, die bisher wenig Einsatzzeit gesehen haben (Stichwort „Crew Ganking Cards„) also Crew-Karten, mit denen man anderen Schiffen schaden oder Dinge klauen kann, neues Leben eingehaucht.

Allerdings ist die Borg Sphäre ein „Scout“ Schiff. Und schon dieses Schiff droht die Spielbalance zu kippen. Es bleibt also abzuwarten, was in der Welle 5 mit dem „Tactical Cube“ der Borg, dem ersten Attack Wing Schiff mit großer Base (!!) an Ungemach über uns hereinbrechen wird.

Bisher hat sich das Spiel immernoch wieder gefangen.

Sei es die „Barrage of Fire“ Krise oder der „Cloaked Mines“ Notstand gewesen.

Irgendwie ging es immer erträglich aus und weiter.

Bis ich eines Besseren belehrt werde, gehe ich von dieser Prämisse weiter aus und freue mich auf weitere Schiffe in den kommenden Wellen.

Schließlich steht die Refit Enterprise von Kirk (also die Movieversion der Tinyprise!) in den Startlöchern und als Romulaner-Spieler drängt es mich jetzt schon, eine Scimitar zu ordern – aber das ist Zukunftsmusik.

Abwarten und Earl Grey trinken also. Wir halten Euch auf dem Laufenden!

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Anmerkung: Praktische Eindrücke zur Welle folgen hoffentlich noch im Mai 🙂

Bis dahin, weiterspielen!