Star Trek Attack Wing – Welle 24 – Besprechung: 1. Teil – I.K.S. Drovana

Das 1. Schiff aus Welle 24

Immer wieder im Mai und Juni kommt die Arbeit am Blog zu kurz. Zu viele private Termine füllen den Kalender und es häufen sich Schiffe im SpaceDock, die alle besprochen werden wollen.

Wie schon bei unserer Vorstellung der Star Trek Attack Wing (STAW)  Welle 15 im Juni 2015 wird die (hierzulande im Juni 2016 erschienene) Welle 24 daher in mehreren Teilen vorgestellt.

Den Anfang macht eines der vielleicht am sehnlichst erwarteten Schiffe. Eine neue, benannte Version der klingonischen Vor’cha Klasse. Diese Schiffsklasse war seinerzeit im Starter Set enthalten und ist im Grunde bis heute eines der besten Schiffe der Fraktion (und vielleicht auch im Spiel).

Allerdings war die Beschränkung auf nur ein einziges benanntes Schiff weder nachvollziehbar (es gab die Dinger in TNG und DS9 ja schließlich wie Sand am Meer zu sehen…), noch war es logisch erklärbar, dass mit den Reinforcement Blind Booster Schiffen zwar eine neue Version kam, die dann aber erst einmal der Fraktion des Mirror Universe zugeschlagen wurde.

Außerdem wurde die Farbgebung des Starter Set Schiffes immer wieder massiv kritisiert. Auch hier half das Booster Schiff schon ab. Und die Drovana folgt dem Beispiel des OP-Schiffes.

20160619_124122Links die MaH’ta und rechts die Drovana

Nun, die Zeit des Darbens für unsere Klingonenspieler ist vorbei, die Drovana ist im Handel angekommen und ist, das nehme ich vorweg, eine gute und durchaus thematische Erweiterung.

Sie bringt ikonische Figuren in spielbaren Neuauflagen (Kurn, Gowron) und mit Detonation Codes können die Klingonen nunmehr aktiv etwas gegen romulanische Cloaked Mines machen! Und damit nicht genug: das klingonische Reich erhält auch noch seine eigene Cloaked Mines Karte in diesem Set. Wer die Klingonen spielt, sollte sich freuen und zusehen, dass er eine Drovana in die Finger bekommt!

Das Spielmaterial:
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Der Sparwahn der WizKids setzt sich auch mit Welle 24 unverändert fort. Das ist bedauerlich, zumal mit den Cloaked Mines der Klingonen in diesem Set ein Minen Marker echt sinnvoll gewesen wäre. Wie man auf dem Übersichtsbild aber erkennen kann, fehlt dieser. Dafür bekommt der Spieler einen Tarn-Marker (das ist gut, die hat man eh „weniger oft“) und … einen Battlestations-Token. Das nun wieder ist eine Überraschung, haben die Klingonen doch traditionell auf diese mächtige Aktion, ebenso wie die Romulaner, zumeist über ihre Schiffe keinen Zugriff. Da wird also eine interessante Karte im Satz enthalten sein…

Das Set liefert neben zwei Pappbögen und dem Modell noch 16 Karten, von denen zwei auf die Mission und zwei auf Regelkunde (Time Token und Admiral) entfallen. Das ist kein besonders toller Wert, aber auch kein katastrophal schlechter, wenn man die letzten Wellen zum Vergleich heranzieht.

Das Modell:
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Das Modell entspricht dem aus dem Starter Set in Form und Details, aber dem aus dem Blindbooster Satz hinsichtlich der Bemalung. Die Grundfarbe ist deutlich passender, allerdings ist das Schiff nicht mit einem Wash versehen und hat auch weniger Detailbemalung aufzuweisen. Die Unterseite ist einfarbig ohne jedes Detail in der Bemalung. Mein Modell sitzt sauber auf seinen Stiften und vermittelt einen guten Eindruck. Wenigstens das überzeugt mich.

Die Drovana:
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Die Drovana stammt aus der DS9 Folge ‚Sons of Mogh‚. Dort ist sie ein Teil der klingonischen Flotte, die in Gowrons Auftrag den bajoranischen Raum verminen soll. Dabei wird sie beschädigt, als sie eine der getarnten Minen selbst auslöst und von der Defiant nach DS9 geschleppt. Dort können sich Worf und Kurn an Bord schleichen und an die Detonationscodes für das Minenfeld gelangen.

Die Drovana ist ein 28 Punkte teurer Vor’cha Klasse Kreuzer (5 / 1 / 5 / 3) mit dem typischen klingonischen Action Bar (Ausweichen, Zielerfassung, Tarnen, Sensor-Echo) und den Upgrade Slots Crew, Waffe, Waffe und Tech. Das merken wir uns mal, denn darauf werde ich gleich noch einmal eingehen.

Die Schiffsfähigkeit der Drovana ist an ihre Upgrades gekoppelt. Genauer gesagt, an solche, die nicht ausgeschaltet sind (disable). Man darf beim „Ergebnisse-Vergleichen“ Schritt der Kampfphase einen beliebigen erlittenen Treffer (also normal oder kritisch) negieren, in dem man ein nicht ausgeschaltetes (non-disabled) Crew-Upgrade ablegt (discard). Das kann man mit der Drovana bis zu vier mal machen. Sogar häufiger, wenn man Karten spielt, die zusätzliche Slots liefern. Die Fähigkeit ist also garnicht mal so schlecht und wirkt durchaus auch klingonisch. Aufopferungsbereitschaft für’s eigene Schiff ist bei den Kriegern des Imperiums ja Programm.

Das Manöverrad der Klasse und ihr 90°-Frontalfeuerwinkel werden beibehalten. Dem Set liegt eine generische Version der Klasse bei, die es auf 26 Punkte bringt und dafür auf einen Schildpunkt und einen Sekundärwaffen-Slot verzichtet.

Kommen wir zum Personal des Sets.

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Die Klingonen bekommen mit Gowron einen neuen Admiral, der allerdings den Skill eines Captains nicht erhöht („+0“).

Gowron kostet drei Punkte und ist auf der Rückseite der Karte ein Skill 5 Captain mit Elite Talent Slot. Der zweite benannte Captain des Sets ist ebenfalls ein Skill 5 Captain und thematisch zur Herkunftsfolge passend Worfs Bruder Kurn. Auch Kurn kostet drei Punkte.

Gowrons (Flotten-) Aktion erlaubt es, neben ein Schiff einen Kampfstationen-Marker zu platzieren. Wenn es sich um ein klingonisches Schiff unter einem klingonischen Captain handelt, darf man sogar noch eine freie Aktion vom Action Bar des Schiffes durchführen. Das ist ein starker Admiral! Er erinnert mich an Mendak, aus der Haakona Erweiterung der Romulaner aus Welle 12 des Spiels.

Kurn hat zwar keinen Elite Talent Slot, darf aber dennoch ein klingonisches Elite Talent ausrüsten. Auch Kurns Captainsfähigkeit bezieht sich auf die Kampfstationen, wenngleich auch nur solche Resultate, die beim Verteidigen erzielt wurden. Kurn darf ein solches Resultat beim Verteidigen neu würfeln. Ist er der Captain eines klingonischen Schiffes darf er sogar zwei Kampfstations-Resultate neu würfeln.

Das für Gowron und Kurn geeignete und sehr thematische Elite Talent sind die bereits angesprochenen Detonation Codes.

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Das Talent kostet vier Punkte und erlaubt es, auf Kosten der einzgartigen (unique) Karte (discard) und der Schiffsaktion, ein Minenfeld-Marker in Reichweite 1-3 vom Schiff abzulegen! Noch dazu detoniert das Minenfeld und richtet in seiner unmittelbaren Umgebung (Reichweite 1) Schaden an. Dieser Schaden leitet sich von den Angaben der Minen-Karte ab, auf der der zu sprengende Minen-Marker beruht.

Man würfelt die dort angegebene Anzahl an Angriffswürfeln, weniger einen.

Schöne Karte, deren Limitierung einen Mehrfachkauf des Sets nur wegen dieses Talents unnötig macht. Die Karte spielt auch noch eine zentrale Rolle in der dem Set beiliegenden Mission. Dazu später.

Ein generischer Captain liegt dem Set auch noch bei. Ebenso Bo’rak, ein fünf Punkte schweres Crew-Upgrade.

Man darf Bo’rak beim Angriff ausschalten (disable), um das angegriffene Schiff zu zwingen, einen Verteidigungswürfel neu zu würfeln. Außerdem darf man trotz gegnerischen Scan-Marker seine volle Anzahl an Verteidgungswürfel zum Einsatz bringen. Bo’rak ist eine Seltenheit: denn er ist ein klingonischer Spion. Er stammt aus der DS9 Folge ‚The Visionary‚ und soll dort eine romulanische Delegation auf DS9 ausspähen.

Gut, das Thema des Sets sind getarnte Minen, diese sind eine der die Fraktion bestimmenden Karten der Romulaner, zumindest auf Turnierebene und daher ist es schon auch in Ordnung Bo’rak hier zu bringen. Etwas weit hergeleitet, sehe ich schon auch, aber man sah halt wenig Crew von der Drovana auf dem Bildschirm. Passt also irgendwie.

Die Karte ist für fünf Punkte nur nicht sehr günstig, noch dazu, wenn man vorhat, sie über die Schiffsfähigkeit der Drovana zu entsorgen während des Spiels. Überzeugt mich nicht. Wenn, dann noch am ehesten die Sicherheitsfähigkeit, die es erlaubt, gegnerische Scan-Marker zu ignorieren.

Dem Schiff liegen keine weiteren Crew-Upgrades mehr bei. Was ja bei nur einem Crew-Slot im Grunde auch so in Ordnung geht. Schade nur hinsichtlich der Schiffsfähigkeit…

Wir erinnern uns, die Drovana darf zwei Waffen und ein Tech-Upgrade ausrüsten. Diese Stückelung interessierte die Designer aber nicht so recht.

Sie gaben dem Set mit Photon Torpedoes genau eine Waffenkarte, aber gleich drei Tech-Upgrade mit auf den Weg! Nun, im Grunde sind die Cloaked Mines ja auch eine Waffenkarte, auch wenn sie einen Tech-Slot belegen. Aber dennoch nicht so richtig überzeugend…

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Die Torpedos kosten fünf Punkte und erlauben in Reichweite 2-3 einen fünf Würfel starken Angriff (sechs Würfel, wenn von einer Vor’cha Klasse aus abgefeuert!), für den man aber eine Zielerfassung braucht. Dann wandern drei Time-Token auf die Karte. Nichts neues hier…

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Die klingonischen Cloaked Mines kosten drei Punkte und dürfen während der Planungsphase in Reichweite 1 des eigenen Schiffes, aber nicht in Reichweite 3 eines feindlichen Schiffes platziert werden. Feindliche Schiffe, die in Reichweite 1 den Marker passieren, werden mit drei Angriffswürfeln angegriffen, gegen die man sich nicht verteidigen darf. Führt das angegriffene Schiff sofort eine Scan-Aktion aus, reduziert sich die Anzahl der Angriffswürfel auf zwei.

Kommt einem irgendwie romulanisch bekannt vor. Wie ihr romulanischer Vorgänger ist diese Karte nicht limitiert, so dass man sich Gedanken machen muss, ob die Drovana von Turnierspielern mehrfach gekauft werden wird, um an mehrere Exemplare dieser Karte zu kommen…

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Die beiden anderen Tech-Upgrades sind klassischer. Sie kosten fünf und vier Punkte und heißen Security Sensors und Emergency Power.

Die Sicherheitssensoren erlauben es, falls das eigene Schiff von einem Upgrade oder einem Captain anvisiert wird, neben das eigene Schiff einen Ausweich-Marker zu platzieren (selbst wenn sich dort schon einer befindet). Das ist eine schöne, passive Fähigkeit, die leider aber nicht bei Angriffen triggert und auch ziemlich teuer ist. Aber sie bleibt wenigstens das ganze Spiel aktiv.

Die Notfall Energie darf, falls ein Hilfsenergie-Marker neben dem eigenen Schiff liegt, in der Aktivierungsphase deaktiviert (disable) werden, um entweder trotzdem ein rotes Manöver oder aber eine Aktion ausführen zu dürfen.

Für vier Punkte eine schöne Fähigkeit, die auch wiederverwertbar ist. Der klingonische Aktions-Haushalt ist ja eh nicht so toll, da kann einem diese Karte schon auch mal sehr gelegen kommen! Natürlich darf man je Schiff nur eine solche Karte spielen. Mehr Limitierungen hat die coole Karte nicht. Thematisch ist das durchaus auch. Die Klingonen sind eben ganz hart im Nehmen und gehen auch mal ans Limit (und darüber hinaus). Die B’Moth hat sogar eine Schiffsfähigkeit die in diese Richtung ging. Die Notfall Energie Karte gefällt mir gut.

Da waren die Spielkarten des Sets. Die verbleibenden vier Karten sind zwei Missionskarten – für die zwei Spieler Mission „Detonation Codes“ –  und zwei Regelkarten für die Time-Token und die Admirals-Regeln.

Detoantion Codes – Die Mission:
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Die Zwei-Spieler-Mission stellt die Deaktivierung des klingonischen Minenfelds im bajoranischen Raum durch die Defiant nach.

Es spielen 45 Punkte der Föderation (untergebracht auf genau einem Schiff) gegen 90 Punkte der Klingonen, verteilt auf zwei zwei Schiffe, von denen ein Schiff ein Kreuzer der Vor’cha Klasse sein muss. Die Föderation bekommt das Elite Talent Detonation Codes zugewiesen und darf es einsetzen, ohne es ablegen zu müssen. Die Föderation muss die Klingonen besiegen oder aber das Minenfeld ausschalten. Die Klingonen müssen das Föderationsschiff vernichten. Klingt wie eine spaßige Mission!

Das Fazit:
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Okay, wir mussten lange warten – aber das Warten hat sich gelohnt. Die Drovana ist ein gutes, nein, ein richtig gutes Set für die Klingonen. Es gibt der Fraktion Zugriff auf die starken Cloaked Mines und einen direkten Konter gegen solche, die von gegnerischen Flotten gespielt wurden. Außerdem ist mit Gowron ein guter Admiral im Set enthalten. Dazu gibt es einen spielbaren Captain Kurn und noch weitere gute Karten, von denen einige allerdings zu teuer sind, für das was sie können. Enttäuscht sein kann man von der mikrigen Pappmarkerausstattung (kein Minenfeld-Marker!) und der schwachen Schiffsfähigkeit. Dafür ist das Modell aber „neu“ bemalt und jetzt in einem dunklen grün-metalic gehalten, was dem Schiff doch besser steht (und näher am Bildschirm-Abbild ist).

Ein schönes Set. Ein Pflichtkauf für Klingonenspieler. Für mich in etwa von gleicher Bedeutung wie es seinerzeit die Haakona für die Fraktion der Romulaner gewesen ist. Und in der nächsten Welle kommt ja auch schon der Reprint des Flagschiffes der Fraktion, der Negh’Var. Die Klingonen dürften damit zurück sein. Auch und grade im Turnierspiel Es sind gute Tage zum (OP-) Spielen für die Krieger des Imperiums!