Star Trek Attack Wing – Vorstellung des Q-Continuum – Hauptpreises: Die Q-Continuum Cards

Zu Beginn des Star Trek Attack Wing (STAW) Organized Play Programs (OP)  gab es nach sechs Monaten Dominion Krieg mit Deep Space Nine eine komplett spielbare und extrem große Raumstation zu gewinnen.

Bei den nachfolgenden OP-Kampagnen (The Collective und Resistance is Futile) waren es zwar keine übergroßen Modelle mehr, aber mit der Assimilation Target Prime und dem Tactical Cube 001 immerhin noch Raumschiffmodelle, ausgestattet mit einer Vielzahl an Karten. Bei Resistance is Futile war das Hauptpreis-Schiff sogar ein großes Schiff.

Die im Sommer 2015 aktuelle Q-Continuum Kampagne hat aber kein Schiffchen mehr als Hauptpreis zu bieten. Vielmehr erhält der Kampagnengewinner etwas, was die WizKids als „Pack of 5 Q-Continuum Cards“ bezeichnen.

Dabei handelt es sich um einen kleinen, an den DS9Crew- oder aber an den legendären GenKhan-Pack, erinnernden Plastikbeutel, in dem sich sechs Spielkarten und ein Pappbogen mit Markern befinden.

20150719_131528Das Q-Continuum Kampagnen Hauptpreis-Set

Es sind tatsächlich die angepriesenen fünf Spielkarten enthalten, welche die Q-Fraktion ins Spiel einbringen und darüber hinaus noch eine Fraktions-Karte.

20150719_131748Q-Fraktions-Karte

Natürlich stehen höhere, allmächtige Wesen wie die Q in der Initiative-Reihenfolge der Fraktionen an erster Stelle. 😉

Allen Karten der Q-Fraktion ist bis hier hin gemein, dass sie auf einem beliebigen Schiff gespielt werden können, ohne das Fraktionsstrafpunkte gezahlt werden müssen. Finde ich sogar thematisch stimmig.

Das Set selber besteht zunächst aus zwei Captains-Karten.

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von denen einer auch ein Admiral ist.

20150719_200050Gestatten: Admiral Q

Natürlich bringt die Fraktion auch etwas ins Spiel ein, was bisher noch nicht dagewesen ist: Der weibliche Q-Captain bringt es tatsächlich auf einen natürlichen Captain Skill von 10. Zweistellig! Damit ist sie ganz oben in der Liste und steht selbst über Jean-Luc Picard, Khan oder James T. Kirk.

Lady Q hat eine interessante, defensive Fähigkeit. Auf Kosten einer Aktion, darf man einen zusätzlichen Schildmarker neben das von ihr kommandierte Schiff legen. Wird das Schiff in der Runde beschädigt, wird dieser Marker zuerst verbraucht. Wird es nicht beschädigt, wird der Marker in der Endphase abgelegt.

Gelingt es allerdings einem Gegner mit einem einzigen Angriff alle Schilde (inkl. des Bonuspunktes) des eigenen Schiffes zu vernichten und noch (mindestens) einen Punkt Hüllenschaden zu verursachen mit diesem Angriff, wird der Hüllenschaden um einen Punkt erhöht. Die Aktion ist also ein Spiel mit dem Feuer.

Auf Grund des Risikos und der Kosten (Aktion) bin ich von der Fähigkeit nicht vollends überzeugt, wenn man die weibliche Q nicht auf einem eh sehr stark geschützten – und damit wohl eher teuren – Schiff spielt. Was allerdings bei Grundkosten der Karte von stolzen sieben Punkten nicht immer möglich sein dürfte.

Immerhin werden –  bei allen Q-Karten – keine Fraktionsstrafpunkte fällig, unabhängig davon, auf welchem Schiff man eine solche Karte spielt.

Q selber ist lediglich ein Skill 2 Captain, kostet dafür aber auch nur einen einzigen Punkt. Schon ein deutlicher Unterschied, zu den sieben Punkten die für die weibliche Q fällig werden.

Auch Qs Sonderfähigkeit muss mittels Aktion ausgelöst werden. Dann erlaubt sie es, das eigene Schiff nach der Ausführung seines Manövers um 180° zu drehen! Das Schiff bekommt daraufhin – eine der Geschwindigkeitszzahl des soeben ausgeführten Manövers entsprechende – Anzahl an Auxiliary Power Token (APT) neben sich platziert.

Hier und da kann man das sicherlich mal machen. Vielleicht nicht grade bei den schnelleren Manövern. Oder vielleicht grade doch da? Ich weiß es noch nicht, aber finde die Fähigkeit zumindest lustig.

In seiner Admiralsversion kann Q diese Aktion als Flottenaktion nutzen. Gleichzeitig wird auch seinem Naturell Rechnung getragen. Ein unter Q diensttuender Captain wird sich kaum besonders gut auf seinen Job konzentrieren können. Daher wird dessen Skill um einen Punkt gesenkt. Admiral Eric Pressman lässt schön grüßen.

Da beide Q-Captains ein Elite Talent nutzen können, erhält die neue Fraktion auch mit Think Fast ein eigenes Elite Talent:

20150719_131808Das Elite Talent der Q-Fraktion

Das extrem günstige (nur ein Punkt!) und einzigartige Elite Talent, kann sowohl offensiv, als auch defensiv gespielt werden. Allerdings nur einmal, weil die Karte nach dem Einsatz abgelegt werden muss (discard).

Wenn es an den Angriff oder an die Verteidigung geht, darf man Think Fast ablegen und ein weiteres Upgrade ausschalten (disable) um einen zusätzlichen Würfel, je nachdem Angriffs- oder Verteidigungswürfer, zu erhalten.

Nicht atemberaubend, aber wer will bei Kosten von nur einem Punkt meckern.  Da verhält sich die Sache doch ganz einfach: Wer als Q-Captain noch kein Elite Talent ausgerüstet hat und in Punkteknappheit kommt (und wann kommt man mal nicht in Punkteknappheit beim Listenbau…), packt Think Fast mit ein. Und gut ist’s.

Es gibt im Packen ein einzelnes Crew-Upgrade. Quinn.

20150719_131814Quinn, ein suizidaler Q

Quinn, ein das Ende der eigenen Existenz anstrebender Q – bekannt aus der Voyager Folge „Deathwish“ – , ist das einzige Crew-Upgrade des Preissets. Seine Fähigkeit passt im Grunde zu dem was wir in der Folge von ihm erleben, aber unter’m Strich ist Quinn ein besonders starkes und deutlich billigeres Red Shirt.

Finde ich für eine Q-Karte eigentlich zu schwach. Aber wenigstens thematisch stimmig. Und kosteneffektiv.

Die letzte Karte des Sets – Q2 – ist flexibel, zumindest was ihren Typ angeht.

20150719_131821Q2 – ein nichtfestgelegtes Upgrade

Q2, der Q, der während der Handlung der The Next Generation Folge „Dejá Q“ geschickt wurde, Qs Verhalten nach seiner zeitweisen Verbannung aus dem Kontinuum zu überwachen, kann wahlweise einen Crew, Tech, Waffen oder Elite Talent Slot belegen. Ihn auszurüsten kostet fünf Punkte.

Q2 Fähigkeit ist, in den richtigen Händen und bei der richtigen Flottenkonstellation, durchaus stark. Man darf den kompletten Schaden, den ein befreundetes Schiff in Reichweite 1 grade erlitten hat, auf sein eigenes Schiff ziehen und ihn übernehmen. Dann muss Q2 abgelegt werden (discard). Damit kann man unter Umständen ein starkes Schiff vor dem Untergang retten, oder aber Schaden gleichmäßiger verteilen.

Q2 erlaubte Q die Rückkehr ins Kontinuum, als dieser die Bereitschaft zeigte, sich selbst zu opfern, um die Crew und das Schiff der ihm Aufenthalt gewährenden Enterprise-D vor einer aggressiven Spezies zu schützen, die er im Laufe seiner Abenteuer so gequält hatte, dass diese ihn (und zur Not auch die ihn beschützenden Wesen) umbringen wollten.

Daher passt Q2 Fähigkeit auch thematisch von der Umsetzung – zumindest grob – ins Bild. Das gefällt mir.

Das Spielmaterial:
Das Pappmaterial umfasst die notwendigen Spielmarker für die beiden Captains bzw. den Admiral des Sets.

20150719_131651Das Pappmaterial des Sets – im Stanzbogen

Das Set ist auf halbwegs stabilem Papier gedruckt worden. Was nach der wabbeligen Welle 15 und dem jämmerlich dünnen Papier des Preissets des Monats 2 (Dejá Q – IKS Korinar) eine positive Erwähnung wert ist.

Allerdings waren die Karten des dieser Besprechung zu Grunde liegenden Sets leicht in sich gebogen – in etwa so, wie die aus der ersten Auflage des Starter Sets. Nichts, was man nicht vorsichtig korrigieren konnte, aber doch ärgerlich.

Das Fazit:
Es hielten ja auch schon die übermächtigen Borg als spielbare Fraktion Einzug in STAW. Da überrascht es wenig, dass nun auch die allmächtigen Q als spielbare Fraktion eingeführt werden.

Allerdings sehe ich mit dem Q-Kartensatz, der als Hauptpreis einer Kampagne wohl auch nur einer limitierten Spieleranzahl in die Hände fallen wird, weniger Probleme.

Die Karten sind zwar unterhaltsam, aber nicht so sehr unbalanciert, dass ihr Einsatz zu einem größeren Gefälle hinsichtlich des Spielspaßes führen dürfte. Da haben die Borg dem Spiel deutlich mehr weh getan. Ich denke auch, dass der GenKhan unter Sammlern weiterhin größere Begehrlichkeiten wecken wird, als die Q-Karten. Da mag ich mich aber irren.

Auch wenn die weibliche Q als erster Captain des Spiels einen zweistelligen Captainskill bekommt, so machen ihre verhältnismäßig schwache Fähigkeit und ihr extrem hoher Preis einiges davon wieder wett. Ich würde sie daher auch nicht als unbalanciert ansehen.

Q selber ist lustig, aber ein sehr schlechter Captain, der eine spaßige Aktion ermöglicht und als Admiral sogar noch den unter ihm diensttuenden Captain schwächt, Damit wäre dann auch Lady Q wieder auf einem Level mit Picard und Co, wenn man sie mit Admiral Q zusammen spielt.

Auch die übrigen Karten sind eher schwach, zumindest nicht allmächtig.

Quinn ist ein billiges, deutlich verbessertes Red Shirt und Q2 bringt eine Schadensübernahmefähigkeit mit, die  an die Fähigkeit der Kraxon aus der Welle 0 erinnert, nur eben im den Q angemessenen großen Stil.

Ich finde, hier bekommen die Turnier- bzw. Kampagnensieger eine nette Spielerei zur Belohung.

Ob das Kartenset eines Hauptpreises würdig ist, lasse ich mal offen.

Ich mag das Turnierprogramm mit seinen „exklusiven“ Preisen und Spielmaterialien ja eh nicht so gerne. Und, das gebe ich offen zu, da habe ich mit Karten als Preisen weniger Probleme, als mit Schiffen. Die lassen sich schwerer für den Gebrauch 1:1 nachstellen, als es bei Karten der Fall ist. Die bekomme ich wesentlich leichter für den Hausgebrauch nachempfunden an den Start.

Wer aber so einen Q-Pack bekommt, wird mit ihm Spaß haben können. Aber auch die Spieler die weiterhin ohne das Q-Kontinuum in ihren Flotten am (heimischen) Tisch werden spielen müssen, dürften den Spaß am Spiel trotzdem nicht verlieren. Zumindest nicht aus diesem Grunde. 😉