Star Trek Attack Wing – U.S.S. Enterprise-E (Reprint) [Welle 27 -Teil 1]

Das erste Schiff mit Star Trek Online Code

Mittlerweile ist 2017 schon nicht mehr ganz jung und dennoch haben wir auf Weiterspielen.net noch nicht mal alle Star Trek Attack Wing (STAW) Wellen des Jahres 2016 besprochen. Grund genug also, den Frühling draußen Frühling sein zu lassen und sich einmal sonntags in das SpaceDock zurückzuziehen und Spielsachen zu besprechen.

Den Anfang macht die U.S.S. Enterprise-E. Ein Schiff, dass es in STAW bereits seit Welle 8 gibt. Dort haben wir das Set auch schon kompett besprochen. Allerdings hat die 2016er Version, erschienen im Rahmen der Welle 27 von STAW, einige Besonderheiten gegenüber ihrem Schwesternset aus 2014 aufzuweisen.

So gehört sie eben zu den Reprint Schiffen, also den Schiffen, welche die WizKids nicht einfach so, heimlich, still und leise neu haben produzierten und den auf den Markt haben kommen lassen, nein, sondern zu den Schiffen, die mit neuem Anstrich versehen, als Teil einer regulären Welle ihren Weg (zurück) ins Spiel fanden. Begonnen wurde damit in Welle 24 mit der Tinyprise. Weitere Reprints sind die Scimitar, die Negh’Var (beide Welle 25), die Koranak und  die U.S.S. Voyager (beiden Welle 26). Und jetzt eben die hier vorliegende Enterprise-E.

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Neben dem neuen Anstrich bietet die Enteprise-E noch eine weitere Neuerung. Und diese Neuerung ist eine echte Überraschung. In den Sets ist ein Spielecode enthalten, der einem einen Kreuzer der Souvereign Klasse im Star Trek Online (STO) Spiel versprach, den man sonst nicht erhalten konnte! (Was das Schiff dort bringt, vermag ich nicht zu beurteilen. Ich spiele kein STO und habe den Weiterspielen-Code verschenkt…)

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Die Hereinnahme des Codes führte dazu, dass das Schiff absurd schnell wieder ausverkauft war. Und sicherlich ging das Set nicht nur an STAW Spieler. Die Preise auf dem Sekundärmarkt explodierten zwischenzeitlich und nahmen Dimensionen an, die ich seit den Tagen der legänderen OP-Preis-Schiffe Ch’tang und U.S.S. Sutherland nicht mehr erlebt habe. Teilweise wurden sogar Preise erzielt, die sich mit dem Assimilation-Target-Prime-Kampagnen-Hauptpreis aus der Resistance is Futile Kampagne messen konnten. Wahnsinn. Glücklicherweise wurde aktuell aber gegengesteuert und die Reprint-E wurde ein weiteres mal „reprinted“ und ist – zum Zeitpunkt dieser Besprechnung zumindest – wieder verhältnismässig gut zu bekommen.

20161231_154851Seitenansicht der Silberfisch-E

Anmerkung: Da der Kartensatz bis auf die zusätzlich beiliegende STO-Code-Karte identisch mit dem aus Welle 8 ist, folgt jetzt eine (leicht angepasste) Kopie der alten Besprechung.

U.S.S. Enterprise-E:

Die hier vorliegende Enterprise, ist die, die TNG Crew auf drei ihrer vier Kino-Abenteuer begleitet hat. Der neue silberne Look ist vielleicht keine Offenbarung, schlägt aber doch den alten um Längen aus dem Feld. Hier eine Gegenüberstellung der alten Version (links) und der neuen Bemalung (rechts):

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Leider ist die Bemalung der Unterseite nicht sehr originalgetreu geraten. Daran ändert auch die neue Bemalung nicht wirklich etwas. Wieder links alt, rechts neu.

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Auch auf der Unterseite schlägt der neue Paintjob in meinen Augen den alten. Interessant zu sehen, dass in den unterschiedlichen Produktionsläufen unterschiedliche Details „herausgestellt“ wurden im Rahmen der Bemalung. Was zunächst verwundert, aber doch auch zeigt, dass das Modell über eine Vielzahl an Details verfügt, die man bemalen kann!

Die U.S.S.EnterpriseE-Erweiterung umfasst zwanzig neue Spielkarten, das Modell (samt Aufsteller und Base) und drei Bögen mit Pappmarkern – direkt zu sehen: 90 ° Schußwinkel – Vorne und hinten! In der neuen Version sticht die unten zu sehende STO-Code-Karte hervor.

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Inhaltsübersicht

Die Sovereign-Klasse:

Schiffe der Sovereign-Klasse sind kanonisch gesehen, die modernsten und stärksten Schiffe der Sternenflotte. Sie spielen in der selben Liga wie die Schiffe der Intrepid-Klasse und übertreffen diese sogar noch.

Das Flagschiff der Sternenflotte, die U.S.S. Enterprise, hat die Spielwerte (5 / 1 / 5 / 5) und die bombastische Fähigkeit Torpedoes, ohne die Vorraussetzung einer bestehenden Zielerfassung, (auf Kosten eines ATP-Markers) einzusetzen.

20141119_140720Everything goes – Flagship, Baby!!

Genau. Torpedoes. Keine Begrenzung auf Photonen oder Quanten. Damit kann man dann auch getarnte Schiffe mit den Sekundärwaffen angreifen und eine etwaig vorhandene Zielerfassung (egal, ob gegen getarnte Schiffe oder andere) zur Verbesserung des Wurfergebnisses benutzen. Endlich mal könnten Torpedoes interessant werden.

Anmerkung: Diese Bewertung stammt noch aus der Zeit vor der Einführung der Time-Token-Mechanik!

Je zwei Crew– und Sekundärwaffen-Slots und ein Tech-Slot machen die Enterprise darüber hinaus sehr variabel ausrüstbar.

Aber auch die Spielwerte der generische Version: 5 / 1 / 5 / 4 bilden deutlich ab, dass wir hier die modernste Schiffsklasse der Föderation vor uns haben:

20141119_140728Generische Version und Manöverkarte

Ein beeindruckendes Manöverrad und die gewohnten Aktionen Ausweichen, Zielerfassung, Scan und Battle Stations, sowie Crew-, Crew-, Sekundärwaffe– und TechUpgrade-Slots runden die beeindruckenden Fähigkeiten der Klasse ab.

Natürlich bekommt die Enterprise-E auch eine tolle Karten-Ausstattung.

Das Personal:

Es gibt einen weitere Admiral für die Föderation, mit einer defensiven Fähigkeit als Flotten-Aktion.

Admiral Matthew Dougherty aus dem neunten Star Trek Kinofilm Insurrection.

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Die TNG-Crew:

Anders als bei früheren Besprechungen liste ich hier die nachfolgenden Captains bzw. Crew-Karten nicht nach Punkten sortiert, sondern nach Thematik, quasi pärchenweise auf.

Den Anfang machen der Captain und sein Doktor:

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Weiter geht es Mr. und Mrs. Troi, äh…, William T. Riker und Deanna Troi:

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Das dritte Pärchen sind Chefingenieur Geordi LaForge und der Androide Data:

20141119_140859Beste Freunde, bis zum Ende von Star Trek – Nemesis

Der/die Designer schaffen es tatsächlich eine neue Version von Captain Picard zu schaffen, die auf Grund der starken offensiven Ausrichtung und der breiten Auswahlmöglichkeit an Aufwertungen für das Schiff, durchaus spielbar scheint und die es schaffen könnte, die absolute Dominanz des Starter-Set Picards zu brechen.

Picard erhält mit Make it so und Fire at Will! zwei neue Captain Elite Talente, schon auch weil sich der Spieler zu Beginn des Spieles aussuchen kann, ob Picard sein Schiff mit einem weiteren Slot verstärkt oder aber ein zweites Elite Talent auswählen möchte.

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Ersteres erlaubt, die Ausschaltung (disable) Anforderungen bei einer Aktion oder bei einem Angriff zu umgehen, in dem man stattdessen das Talent ablegt.

Letzteres erlaubt einmalig (discard) eine Kombiattacke: Primärwaffe und eine Sekundärwaffe können in einer Runde jeweils eingesetzt werden. Allerdings in verminderter Stärke (- 1 Würfel) und gegen unterschiedliche Schiffe. Dennoch, nicht zu verachten!

Ich finde beide Upgrades stark. Doch weiter mit der Crew.

Beverly Crusher reiht sich ein in die Liste der Ärzte, die in der Lage sind, disable-Marker von anderen Crew-Upgrades zu entfernen oder sogar Crew-Mitglieder vor dem Ablegen (discard) zu retten.

William T. Riker erlaubt es in seiner Crew-Version, die Fähigkeiten (und Elite Talente!) anderer Crew– oder sogar Captains, wenngleich auch auf Kosten eines disable-Markers auf der eigenen Karte, zu kopieren.

Deanna Trois Fähigkeit erlaubt es, einen gegnerischen Captain (oder ein Crewmitglied) zeitweise auszuschalten (disable), auch wenn man für diesen Effekt sowohl seine Aktion, als auch Deanna Troi opfern (discard) muss. Allerdings gibt es ja Möglichkeiten, Deanna im Spiel zu halten, z.B. durch den Einsatz von Doctor Beverly Crusher.

Der neue Geordi gibt seinem Schiff ein Tech-Upgrade Slot. Eine schöne Sache. Dann gibt es auch noch die Aktionsmöglichkeit, ein Schiff zu zwingen, bei jedem Angriff in dieser Runde zwei Angriffswürfel weniger zu werfen, sofern diese Angriffe auf Geordis Schiff ausgerichtet sind.

Genauso wie Deanna, dreht der Einsatz von LaForge einen etwaigen Tarn-Marker auf dessen rote Seite um.

Der selten gespielte Grundspiel Data bekommt nunmehr auch eine neue Version. Die Filmversion von Data kann geopfert werden, um einen Angreifer zu zwingen, seinen kompletten Angriffswurf erneut zu würfeln.

Wie auch schon Deanna Trois Fähigkeit scheint sich diese Ausgestaltung an den Ereignissen des Kinofilms Star Trek Nemesis zu orientieren, auch wenn der restliche Erweiterungspack doch eher auf den Film Star Trek Insurrection abstellt.

The (later) Ships of Jean-Luc Picard:20141122_135113Enterprise-E und Enterprise-D

Die Upgrades:

Zwei quasi bekannte Sekundärwaffen (Photon Torpedoes und Quanten Torpedoes) machen den Anfang:

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Es gibt aber auch noch eine dritte, neue SekundärwaffenUpgrade-Karte im Pack:

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Und das Dorsal Phaser Array ist eine weitere Gewinner-Karte für die Föderation.

Mit dem Dorsal Phaser Array wird jedem Schiff der Föderation, dessen Hüllenwert „4“ oder mehr beträgt, und das über einen Sekundärwaffen-Slot verfügt, die Fähigkeit auf Reichweite 1-2 auf 360° zu schießen eröffnet!

Diese Karte gehört (mindestens einmal) in das Arsenal eines jeden Föderations-Spielers!

Doch damit ist das Set immernoch nicht komplett: Es gibt noch ein (leider weniger überzeugendes) TechUpgrade mit dem eigentlich verheißungsvollen Titel:

Advanced Shields

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Eine schöne Idee, die leider nicht sehr überzeugend umgesetzt wird, die es einem Schiff auf Kosten von fünf Flottenpunkten bei der Listen-Erstellung und im Spiel auf Kosten einer Aktion, einzelne Zusatzschildmarker neben dem Schiff zu platzieren.

Natürlich gibt es auch in dieser Erweiterung eine Mission, die sich diesesmal an der Geschichte von Star Trek Insurrection orientiert und auf den Namen „Briar Patch“ hört.

20141119_141019Missions-& Regelkarten, generischer Captain

Hier spielen die Enterprise-E und die Son’a (die dann hoffentlich irgendwann noch erscheinen, in welcher Fraktion auch immer) im Briar Patch und seinen gefährlichen Gasansammlungen, dargestellt durch Marker, Katz-und-Maus. Die Gasfelder können durch Waffeneinsatz zur Explosion gebracht werden. Auf dem Papier liest sich die Mission sehr unterhaltsam.

Fazit:
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Das Material der Reprint Version ist ordentlich. Die Kartendicke ist völlig im Rahmen dessen, was wir als „Gut“ von den WizKids kennen. Die Pappe lässt sich gut lösen und der Paintjob… ist zumindest besser als der alte. Den Rest des Fazits kann man dann eigentlich aus der Welle 8 Besprechung so gut wie wörtlich übernehmen. Die Enterprise-E ist ein starkes Schiff. Das Set kommt mit super Karten, eine davon ein Captain Picard, der es tatsächlich schafft, dem Starter Set Jean-Luc Picard Konkurrenz zu machen. Dazu ist alles im Set thematisch gelungen abgefasst. Ein Must-Have-Schiff für seine Fraktion, wie es im Buche steht. Die neue Version liefert einen besseren Paintjob ab und mit dem STO Online Code noch einen Bonus für entsprechend geneigte Spieler. Killer-Set! Kaufen, wenn man es noch nicht hat. Weiter geht’s im alten Text.

Karten wie Dorsal Phaser Array könnten das Set möglicherweise sogar für einen Mehrfachkauf interessant machen. Und solange es das Set am Markt gibt, gibt es endlich auch wieder regulär zu kaufende Quantum Torpedoes. Bei der permanenten Abwesenheit der Defiant-Erweiterung eine nicht unwillkommene Beigabe!

Mich als Fan freut es, dass fehlende Karten (Beverly Crusher, Deanna Troi) endlich Einzug gehalten haben in das Spiel. Wäre die Bemalung noch etwas besser, wäre das hier eine der rund-um-besten Erweiterungen der Föderation. Aber auch so ist hier eine Kaufempfehlung auszusprechen und das sogar von mir, der der Sovereign-Klasse in den Filmen eigentlich nichts abgewinnen kann und weiter Fan der Galaxy-Klasse Enterprise geblieben ist.

Die Silberfische mit dem Namen Enterprise, die es mittlerweile bei STAW zu bekommen gibt:

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Weiterspielen wird die Besprechung der Schiffe der Welle 27 fortsetzen. Freut Euch also auf die Reprint-Version der I.K.S. G’roth der Klingonen und auf die Orassin der Xindi-Insectoids!