Star Trek Attack Wing – The Doomsday Machine – Monthly Event Kit – Vorstellung (inkl. U.S.S. Constellation und Structural Damage Check Ressource)

Das (kurzzeitige?) Comeback der Map-Elemente für OP Events

Nach dem Abschluß des dreimonatigen Temporal Cold War Star Trek Attack Wing (STAW) Organized Play (OP) Handlungsbogens, wurden zwei neue, einmonatige Event Kits ausgespielt. Eines stammt aus der Zeit der klassischen Serie (TOS), das andere aus der die The Next Generation (TNG) über Deep Space Nine (DS9) bis hin zu Voyager (VOY) umfassenden Ära.

Und mit diesen Sets tritt eine Neuerung ein: Die Preisschiffe, die ausgespielt werden, lassen eine dazu passende Miniatur vermissen. Das bedeutet, man bekommt nach wie vor als Gewinner einen Spielkartensatz, inkl. Karten für ein „neues“ Schiff, dazu die nötige Pappe um das Schiff spielbar zu machen (insbesondere eben das Manöverrad). Aber das Schiff wird nicht mehr als Modell mitgeliefert. Auch fehlen Aufstellstäbchen und Basis. Mitgeliefert werden immerhin die Plastikverbinder für das Manöverrad und im Schnitt drei Plättchen mit Pappmarkern.
Damit sparen die WizKids sicherlich weiter Kosten. Ein gleiches Vorgehen ist auch beim Parallelspiel Dungeons &  Dragons Attack Wing (DDAW) zu beobachten!

Diese neue Herangehensweise bringt uns einige bedenkens- bzw. bemerkenswerte Punkte:

Trotz der Einsparung am Material werden die Kits für die Händler – überraschenderweise – nicht wirklich günstiger.

Um seinen Gewinn sinnvoll einsetzen zu können, muss der OP-Turnier-Gewinner bereits einen gewissen Stamm an Spielmaterial am Lager haben. Hat er das Schiffsmodell noch nicht, muss er es nämlich besorgen gehen. Soweit das überhaupt noch möglich ist, denn nicht mehr alle Schiffe der Serie sind lieferbar.

Es kann keine neuen Schiffstypen mehr geben, die OP exklusiv sind. Denn die WizKids greifen ja – gezwungenermassen – auf den Fundus der bestehenden Schiffstypen zurück für die Preisschiffe.

Es gibt – zumindest in diesem Kit – wieder Map-Elemente!

20160723_165958Doomsday Machine Kit: Sheet, Prize-Pack & Map-Element

Star Trek: Attack Wing – The Doomsday Machine OP

Der Flufftext der WizKids zum Event liest sich wie folgt:

While responding to an automated distress beacon in the Kandari Sector of the Alpha Quadrant, you find that all of the planets in the L-370 and L-374 systems have been destroyed. Suddenly, your fleet is set upon by an enemy fleet. While your battle continues, you discover what destroyed the two systems. An automated, self-sustaining doomsday machine approaches both of your fleets and begins focusing its attention on your ships.

Can you destroy this “planet killer” and survive the battle? Or will both of your fleets be destroyed by the deadly machine’s anti-proton beams?

The Star Trek: Attack Wing – The Doomsday Machine OP Kit includes everything a store needs to run an event supporting 10 players including:

Source/Quelle: http://wizkids.com/attackwing/star-trek-attack-wing-the-doomsday-machine-op/

Wir sehen direkt eine positive Entwicklung: Dieses Set hat – zwar in überschaubarem Rahmen, aber immerhin! – ein Map-Element zu bieten und zwar die namensgebende Doomsday Machine! Diese liegt dem Set als hauchdünner Pappmarker, nein, sind wir ehrlich, als buntbedruckter Papierstreifen bei. Billiger geht es nicht. Sehr schade, aber wenigstens mal wieder etwas fluffiges für’s Auge.

Die OP-Kit-Mission:
Die Mission lehnt sich an die Handlung der TOS-Folge „The Doomsday Machine“ an und kann hier  angesehen bzw. heruntergeladen oder ausgedruckt werden.

Das Map-Element: Der Doomsday Machine Token (DMT):
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Das Auge isst mit. Grade auch bei einem Table-Top-Spiel. Daher bin ich großer Fan von Szenerie-Elementen, die dem Spiel früher öfter als heute, beigelegen haben. Sie geben der Mission einfach mehr Flair, bringen Atmosphäre an den Tisch und machen einfach Spaß.

Daher habe ich mich sehr gefreut, als ich gelesen habe, dass es beim Doomsday Machine Kit wieder ein Map-Element geben würde. Naheliegenderweise handelt es sich dabei um den Doomsday Machine Token (DMT), der zum Spielen der OP-Kit-Mission wichtig ist. Das Teil sieht auch gut aus, leider ist er aber, anders als frühere Map-Sets, nicht aus Pappe, sondern lediglich aus Papier. Dazu noch recht dünnes. Immerhin ist das Ding bunt bedruckt. Aber ein richtiges Comeback der Map-Elements war das hier leider noch nicht.

Dem Kit liegen fünf solcher DMT bei, so dass man fünf Tische damit bestücken kann.

Der Teilnahmepreis: Structrucal Damage Check (SDC)
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Auch gibt es wieder als Teilnahmepreis mit Structural Damage Check eine Ressource, die jeder Teilnehmer eines Turniers einfach für’s Antreten erhält. Das Kit liefert wie gehabt zehn dieser (doppelseitig bedruckten) Karten mit. Diese zeigen auf der einen Seite die Regel(n) der Ressource und auf der anderen ein Diagramm, welches die Fähigkeit der Ressource versinnbildlichen soll.

Die neuen Ressourcen verdienen größere Aufmerksamkeit, jetzt, wo neben den Fleet Captains und Flagschiffen auch die zuletzt gerne gespielten Austausch-Offiziere des Officer Exchange Programms auf Turnierebene ausgemustert wurden.

SDC kostet nur fünf Punkte und man packt zu Spielbeginn fünf Auxiliary Power Tokens (APT) auf die Karte.

Man darf am Ende der Aktivierungsphase, nachdem alle Schiffe gezogen worden sind, einen dieser APT-Marker neben ein Schiff seiner Flotte packen und dann entweder bei diesem Schiff einen Punkt Hüllenschaden reparieren oder aber eine kritische Schadenskarte umdrehen.
Ist die Karte auf diese Weise leergespielt, ist die Ressource verbraucht.

Durchaus praktisch. Und, wie ich finde, ganz fluffig gelöst. Aber jetzt auch nicht der Welt beste Ressource, die STAW bisher gesehen hat.

Das Preisset:
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Der Hauptpreis ist das Papp- und Kartenmaterial eines weiteren Schiffes der Constitution Klasse (wie die Tinyprise!), die aus der TOS-Folge „The Doomsday Machine“ stammende U.S.S. Constellation, dem Schiff von Commodore Matt Decker.

Das einzige Plastikteil was mitgeliefert wird, ist das Verbinderpaar für das Manöverrad. Immerhin! Die Entscheidung, ein Constitution-Klasse Schiff auszuspielen ist zwar für dieses Set thematisch absolut richtig, aber für die Gewinner irgendwie… ungeschickt. Müssen sie doch eine Tinyprise oder zumindest eine Intrepid (aus dem Balance of Terror Kit) in ihrer Flotte haben. Eine Weile war die nämlich vergriffen und nicht mehr zu bekommen. Jetzt ist sie zwar in Welle 24 neu aufgelegt worden, aber nur wenige Schiffe haben es über den großen Teich nach Europa geschafft…).

Die Constellation:
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Die Constellation bringt es auf die gewohnten 22 Flottenpuntke (Spielwerte 3 / 2 / 4 / 3) für eine benannte Constitution Klasse der Föderation. Im Vergleich zu anderen Schiffen der Klasse hat sich auch hinsichtlich der Aktions-Leiste (typischer Federation Action-Bar), dem Manöverrad und dem 180°-Frontalfeuerwinkel nichts getan. Die Constellation darf vier Upgrade Karten ausrüsten, jeweils zwei Crew und zwei Waffen. Die generische Version verzichtet auf eine Waffe und einen Schildpunkt.

Die Schiffsfähigkeit der Constellation ist irgendwie total thematisch. Das Schiff ging ja beim hoffnungslosen Kampf gegen den Planetenkiller verloren.

Hat die Constellation erst alle ihre Schilde verloren, darf sie, auf Kosten eines Auxiliary Power Tokens (APT), zwei zusätzliche Angriffs-Würfel generieren, wenn sie mit der Primär-Bewaffnung attackiert. Tut sie das, darf sie in der Runde keine Verteidgungs-Würfel einsetzen. Finde ich sehr thematisch gefasst, eine Angriff-ist-die-beste-Verteidigungs-Fähigkeit, für ausweglose Sitationen.

Das Personal:
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Natürlich bekommen wir hier – neben einem obligatorischen generischen Captain – einen neuen Commodore Captain Matt Decker geliefert. Ebenso wie sein Vorgänger aus dem Balance of Terror OP Kit ist er schwer mitgenommen von den tragischen Ereignissen um seine Crew, so dass er nur zwei Punkte kostet, aber auch nur einen Skill von 3 zu Buche stehen hat. Er ist allerdings etwas anders angelegt, als die frühere Admirals Version, die wir schon bekommen haben.

Immerhin darf auch er ein Elite Talent ausrüsten (der Slot ist vorhanden) und mit Standby Battle Stations ist ein neues auch gleich mit am Start.

Decker hat viel Regeltext. Seine Captainsfähigkeiten (jaja, plural!) sind passiv, was immer gut ist. Kommandiert er ein Föderationsschiff, darf man ihn ausschalten (disable) um einen zusätzlichen Angriffs-Würfel zu generieren. Dies gilt für alle Arten von Waffen.

Wird Deckers Schiff vernichtet, darf man Decker auf ein anderes Schiff in Transporterreichweite (Reichweite 1-2) versetzen. Dort ersetzt er dann den vorhanden Captain. Dieser wird abgelegt (discard).

Das ist auch thematisch. Schließlich ist Decker ein Commodore und hat genau dieses Kunststück auch auf der Enterprise versucht…

Nimmt man die Fähigkeiten Deckers und seines Schiffes, eben der hier vorgestellten Constellation, zusammen, kann man ohne Weiteres drei zusätzliche Angriffs-Würfel bekommen. Was bei drei natürlichen und einem möglichen weiteren auf Reichweite 1, direkt mal zu einem einmaligen Primär-Waffen-Angriff mit stolzen sieben Würfeln führen kann. (Nicht nur) Für TOS Zeiten eine beachtliche Anzahl!

Standby Battle Stations (SBS) kostet vier Punkte und ist eine schöne, weil so passend benannte und bebilderte Karte. Man darf die Karte ablegen (discard), um einem dem Schiff bereits zugeordneten Ausweich– oder Scan-Marker gegen einen Kampfstationen-Marker auszutauschen. Das geht aber nur, wenn das Schiff auch die Kampfstationen-Aktion auf der Aktions-Leiste hat. Sonst darf man die SBS garnicht ausrüsten.

Statt einer benannten Crew-Karte liefert das Preisset die Damage Contral Party. Diese besetzt für fünf Flottenpunkte einen Crew Slot und erlaubt zwei Einsatzmöglichkeiten, die beide die Schiffsaktion nutzen: Man darf die Karte entweder ablegen (discard), um einen Schadenspunkt an der Hülle oder den Schilden zu reparieren oder aber man schaltet sie aus (disable), und darf dann eine offene Schadenskarte umdrehen. Ja, wieder zu teuer, aber von der Funktionsweise eine schöne Karte.

Die ?-Upgrades:
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Dem Set liegen noch zwei ?-Upgrades bei, also solche die bei der Ausrüstung nicht auf einen bestimmten Typ Upgrade-Slot festgelegt sind. Es gibt den Auxiliary Control Room (ACR) und den Automated Distress Beacon (ADB). Die Karten kosten fünf bzw. drei Punkte und sind irgendwie thematisch in diesem Set gut aufgehoben.

Der ACR darf entweder auf einen Tech oder Waffen Slot gepackt werden und nur einmal je Schiff gespielt werden. Er erlaubt es, dafür dass man die Karte lediglich ausschaltet (disable), eine Aktion durchzuführen, während man einen APT neben seinem Schiff liegen hat. Praktisch! Aber teuer.

Der ADB darf neben einem Waffen oder Tech Slot auch auf einen Crew Slot gespielt werden. Auch hier gilt die Beschränkung von einem ADB je Schiff. Die Karte selbst, ist – folgt man dem Text wörtlich – höchstgefährlich. Sie erlaubt die Aktion, einem anderen Schiff welches sich nicht in Reichweite 1, 2 oder 3 zum eigenen Schiff befindet, ein zusätzliches Manöver der „Geschwindigkeit 2“ (und zwar egal ob Gradeaus, Eindreh oder Wendemanöver!).

So wie die Regeln sind, sucht sich derjenige das Manöver aus, der die Aktion auslöst. Da die Aktion nicht auf ein freundliches Schiff beschränkt ist, kann man damit im Anflug richtig Schabernack treiben, bis hin dazu, dass man ein Schiff des Gegners von der Platte fliegen lässt. Das Upgrade ist nicht limitiert, so dass man seine ganze Flotte theoretisch damit ausstatten könnte. Doch hätte, hätte, Fahrradkette: Auch hier hat W.O.R.F. reagiert:

The Automated Distress Beacon is missing words in it’s game text. Please read it to say:

Automated Distress Beacon [?] – Federation – 3 points

You may fill a [CREW], [TECH], or [WEAPON] Upgrade slot with this card. No ship may be equipped with more than 1 „Automated Distress Beacon“ Upgrade.ACTION: Discard this card to target a ship in your fleet that is not within Range 1-3 of your ship. The target ship immediately performs an additional maneuver with a speed of 2 (straight, bank or turn).

Und damit ist das Thema dann – glücklicherweise – auch vom Tisch.

Fazit:
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Das waren sie dann auch schon, die neun Karten des Constellation Preis-Packs. Ein schönes, in sich sehr stimmiges Preis-Set, was auf ordentlicher Papierqualität (zumindest was die Spielkarten angeht) daherkommt. Diese sind nicht nur thematisch gehalten in ihrer Wirkungsweise, sondern auch ziemlich gut bebildert. Ich denke, dass die Graphiker der WizKids hier wohl auf die Remaster-Version der The Doomsday Machine Folge von TOS zurückgegriffen haben. Gute Sache das.

Die Structural Damage Check Ressource ist ok für ihren Preis und in diesem Kit thematisch auch sehr gut aufgehoben.

Einzig der optisch echt ansprechende Doomsday Machine Token enttäuscht, weil er nicht aus Pappe sondern aus viel zu dünnem Papier gearbeitet ist. Das ist echt schade.

Ein schönes Set, welches jeder Föderationsflotte, grade solchen, die ihren Schwerpunkt in den frühen Zeitaltern des Genres wie ENT, TOS oder TMP haben, gut zu Gesicht steht. Außerdem macht eine Tiny-Fleet, bestehend aus der Tinyprise, der Intrepid und der Constellation durchaus was her auf der Weltraummatte. Optisch, aber auch spielerisch! Wer’s in die Finger bekommen kann, sollte zugreifen.