Star Trek Attack Wing – Temporal Cold War Monat 3 Vorstellung (inkl. Xindus und Main Power Grid Ressource)

Das Organized Play Kit mit dem letzten regulären Preisschiff!

Im Herbst 2015 startete mit dem Temporal Cold War für Star Trek Attack Wing (STAW) ein neuer, dreimonatige Organized Play (OP) Story-Arc von den WizKids.

Mit dem dritten und letzten Kit Zero Hour endet nunmehr die Temporal Cold War Kampage.

Ehe eine neue Kampagne an den Start geht, folgen mit The Void und The Doomsday Machine zwei weitere Einzel-Event Kits.

Veränderungen der OP-Event-Struktur:

Was auffällt ist, dass mit Zero Hour ein (vorerst?) letztes Mal ein Kit vorliegt, bei dem drei Preisschiffe enthalten sind. Ab den nachfolgenden Event Kits werden die Preissets nur noch aus Karten- und Pappmaterial bestehen. Keine Modelle mehr für die regulären Preisschiffe. Dieser „Luxus“ bleibt zukünftig Kampagnen-Hauptpreisen vorbehalten. Eine Veränderung, die auch im Parallelspiel Dungeons & Dragons Attack Wing (DDAW) zu verzeichnen ist.

Es scheint, WizKids fährt die Kosten zurück bei seinen Flight Path Spielen. Die Tatsache, dass diese Entwicklung hinsichtlich STAW und DDAW parallel verläuft, legt die Vermutung nahe, dass es nicht zwangsläufig mit den Absatzzahlen der Systeme zu tun hat (auch wenn diese wohl bei DDAW auch nicht grade berauschend sein sollen…), sondern zeigen vielleicht eher eine allgemeine Strategie der „Konsolidierung“. Im Grunde bewegen wir uns damit langsam auf die „bessere“ Turnierpreispolitik von Fantasy Flight Games zu, wo es ja hauptsächlich um bekannte Karten in anderem Design und Plastikmarker, die Papp-Token ersetzen, geht.

Was bei dem neuen Preissatz natürlich problematisch ist, ist die Notwendigkeit, das Ausgangsmodell des Preisschiffes besitzen zu müssen. Doch dazu mehr, falls wir einen dieser neuen Preissätze in die Hände bekommen. Denn das gestaltet sich ungleich schwieriger als bei den älteren OP Kits. Möglicherweise sind die Produktionsmengen der OP Kits gesenkt worden, wobei es darüber natürlich keine verlässlichen Angaben gibt. Jedenfalls sind sie deutlich schwerer zu bekommen.

Kommen wir nach diesem kleinen Exkurs aber wieder zurück zum TCW und seinem dritten Kit, bei dem die Welt ja noch „in Ordnung“ ist, enthält es doch neben zehn Teilnahme Preisen (Main Power Grid Ressource) noch drei Preisschiffe (Xindus), sowie zwei Packs des Temporal Cold War Kartensatz-Kampagnenhauptpreises (diesen stellen wir in einem eigenen Artikel bei Gelegenheit vor).

Der Fluff-Text der WizKids zum Event liest sich wie folgt:

Temporal Cold War Event Three: Zero Hour

The Sphere Builders have lost the confidence of some of the Xindi species, and so they have convinced the Xindi-Reptilians and the Xindi-Insectoids that they will become the dominant species if they steal the Xindi Super Weapon and use it to attack the Earth. While a fleet is sent to intercept the weapon, another enters the spatial anomalies in the Delphic Expanse to disable Sphere 41 and cause a chain reaction that would result in the destruction of the entire Sphere network. Your fleet enters the transformed space anomaly to find and destroy Sphere 41.

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Each Temporal Cold War Event Three OP Kit includes:

  • “Zero Hour” Instructions & Score Sheet
  • Teilnahme Preise: (10) Main Power Grid Cards (Ressource)
  • Preisschiffe: (3) Xindus/ Xindi Reptilian Warship Pre-Painted Plastic Ships
  • Hauptpreis (Grand Prizes): (2) The Temporal Cold War Card Pack

Quelle: http://wizkids.com/attackwing/star-trek-attack-wing/temporal-cold-war-op/

Das gleichnamige Staffelfinale der dritten Season von Enterprise (ENT) steht Pate für das Event-Kit. Die Enterprise unter T’Pol versucht Sphäre 41 in der Delphic Expanse zu vernichten, während Archer gleichzeitig alles daran setzt, die Xindi Super Waffe (Weapon Zero) daran zu hindern, die Erde zu erreichen und auszulöschen. Letzteres wird in der Mission, die dem Premium Game Piece Weapon Zero beiliegt nachgestellt. Die OP Kit Mission widmet sich der Zerstörung von Sphäre 41.

Ein Haufen Sonderregeln (siehe Link zur Mission in der Aufzählung weiter oben) wird installiert,  um die schwierigen Bedingungen im Weltraum um Sphäre 41 herum darzustellen. Unter anderem wird die Wirkung von Zielerfassungen beschränkt – keine Re-rolls, nur im wörtlichen Sinne, zum Einsatz von Sekundärwaffen. Die Scan-Aktion wird aufgewertet, aber mit einem Auxiliary Power Token verknüpft. Es gib keine Reichweiten Angriffs-Boni, wohl aber gesteigerte Verteidgungs-Boni. Klingt alles ziemlich „brutal“. Und ist damit wahrscheinlich interessant, da es ein sehr anderes Spielempfinden vermitteln dürfte.

Der Teilnahme-Preis: Main Power Grid Ressource
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Die neue Main Power Grid Ressource überrascht zunächst durch ihre variable Kosten: sie kostet grundsätzlich drei Punkte. Zwei weitere Punkte werden für jeden Hüllenpunkt fällig, der über dem Wert von „3“ liegt. Die Ressource erlaubt zwei unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten – eine defensive, eine offensive. Eine dieser Möglichkeiten darf von einem Schiff der Flotte einmal pro Runde eingesetzt werden.

Offensive: In der Offensive darf man zwei Zusatzangriffswürfel verwenden, wenn man eine Primärwaffe einsetzt. Allerdings muss für diesen Energietransfer sämtliche Energie von den eigenen Schilden genommen werden (ausschalten – nicht ablegen! – sämtlicher eigenen Schilde) und der Transfer lässt auch noch ein paar Plasmarelais platzen, so dass das Schiff einen Punkt an Hüllenschaden hinnehmen muss. Das ist schon ein teurer Spaß. Offen bleibt zudem die Frage, ob man Schilde braucht, die man deaktivieren kann, oder ob diese Voraussetzung wegfällt, wenn man bereits ausreichend beschädigt wurde (oder es nie Schilde zum ausschalten gab, was ja in dieser Zeitschiene durchaus oft der Fall ist!).

Defensive: Billiger – und ungleich stärker! – ist die Verwendung des Main Power Grids zur Verteidigung. Da darf man nämlich im „Ergebnisse Vergleichen“ Schritt des Kampfes zwei Angriffswürfelergebnisse des Gegners auswählen und diese negieren! Das ist super! Und der Preis – ein Auxiliary Power Token – ist echt bezahlbar. Alleine wegen der zweiten Verwendungsmöglichkeit reizt mich die Ressource doch schon sehr.

Was mir gut gefällt ist die graphische Darstellung der Ressource und ihrer Wirkung auf der Rückseite der Regelkarte – die ist echt gelungen – es lässt sich intuitiv ablesen, wie die Ressource funktioniert.

Eine nette Ressource, die sicher nicht in der Oberliga spielt, aber durchaus Spaß machen kann.

Das letzte Preisschiff – die Xindus:
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Die Xindus ist ein Xindi Reptilian Starship. Auch bei diesem Preisset besteht das Begleitmaterial des Modells aus lediglich drei Bögen mit Pappmarkern – es liegen leider abermals keine Token für die Aktionen, die die Xindus durchführen kann. Das Kartenkontigent umfasst zehn Karten, inkl. der neuen Xindi-Fraktionsregel-Karte.

Das Modell:
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Das Modell des Schiffes ist schokoladenbraun und schimmert leicht metallisch. Es ist ziemlich filigran gearbeitet und sieht wahrlich nicht schlecht aus, ist aber im Vergleich zu den anderen Xindi Schiffen überdurchschnittlich groß geraten. Dies wird sichtbar beim direkten Vergleich mit dem größten Xindi Schiff, dem Aquatic Battlecruiser:

20160222_010121Xindus und Azati Prime Seite an Seite

 

Die Xindus:
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Die Xindus ist nach der untergegangenen Xindi Heimatwelt benannt. Der Name selbst wird in der Serie keinem der Xindi Reptilian Starships verliehen, wirkt aber einigermassen passend. Die Xindus bringt es dank ihrer Spielwerte von 4 / 1 / 4 / 2 auf 22 Flottenpunkte und ist damit – nicht nur in dieser Ära – ein durchaus ernstzunehmender Gegner.

Die Xindus darf ein Crew, zwei Waffen und ein Tech Upgrade ausrüsten und verfügt über einen sehr starken Action-Bar mit Ausweichen, Zielerfassung, Scan und Kampfstationen.

Die generische Version verzichtet auf einen Schildpunkt und einen der beiden Waffen-Slots und kostet 20 Puntke. Der halbwegs beweglichen Klasse steht ein 90°-Frontalfeuerwinkel zur Verfügung.

Die Sonderfähigkeit der Xindus erlaubt die effizientere Nutzung von Photonen Torpedos mit der Zeitmechanik. Man darf dann nämlich beim Einsatz direkt einen Time-Token einsparen und legt dementsprechend einen Marker weniger auf die soeben abgefeuerte Karte. Naheliegenderweise sollte das Set also auch einen Xindi Photonen Torpedo umfassen…

Das Personal:
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Nicht Commander Dolim ist der Captain dieses Preisschiffes, vielmehr wird Kolo diese Ehre zu teil.

Kolo taucht tatsächlich in Zero Hour auf und kommandiert ein Xindi Reptilien Schiff, welches die Xindi Waffe beschützen soll, die sich auf dem Weg zur Erde befindet.

Als Skill 5 Captain kostet Kolo drei Punkte und darf ein Elite Talent ausrüsten. Ein solches ist mit Dominant Species im Set enthalten. Was sehr schön zum Beschreibungstext des OP Kits passt.

Kolos Captainsfähigkeit ist sehr thematisch gehalten, war es doch seine Aufgabe die Xindi Waffe zu schützen. Er darf, wenn ein befreundetes Schiff in Reichweite 1 als Ziel eines Angriffs deklariert wird, das angreifende Schiff zwingen, Kolos Schiff anzugreifen. Dabei muss Kolos Schiff nur in Reichweite 1 zum angegriffenen Freund und nicht einmal im Feuerwinkel des Angreifers sein! Der Angriff findet auf die gleiche Reichweite statt, in der sich das ursprünglich angepeilte Ziel befunden hat. Eine mächtige Fähigkeit, wie ich finde!

Dominant Species ist ein einmal verwendbares (discard) offensives Elite Talent, mit dem man einen Gegner zwingen kann, zwei bereits gewürfelte Verteidigungswürfel erneut würfeln zu müssen. Dafür finde ich fünf Punkte zu teuer, auch wenn das Ergebnis sicherlich vernichtend sein kann.

Als Crew Upgrade haben wir Damron mit dabei. Damron kommt in einer ENT-Zeitreisefolge vor, als er auf der Erde der Vergangenheit versuchte, eine Biowaffe zur Vernichtung der Menschheit zu entwickeln. Mit der Folge Zero Hour hat er also eigentlich nichts zu tun, wenn man mal vom thematischen Oberbegriff „Zerstörung der Menschheit“ absehen mag. Und in diese Richtung geht denn dann auch seine Fähigkeit:

Man darf bei einem erfolgreichen Primärwaffen Angriff seine Zielerfassungs-Marker die man hoffentlich noch auf dem getroffenen feindlichen Schiff platziert hat, ablegen, um dem angegriffenen Schiff ein Crew Upgrade zu nehmen (discard)!

Der Spaß kostet vier Punkte und darf beliebig oft eingesetzt werden! Denn Damron muss weder ausgeschaltet (disable), noch abgelegt werden (discard) – einzig ein Primärwaffen-Treffer beim Gegner und eine nicht benutzte Zielerfassung sind die Voraussetzungen für seinen Einsatz.

Ein extrem starkes Crew-Upgrade, grade auch für den Einsatz gegen die sehr crewlastige Föderation!

Weiteres Personal liegt dem Set nur noch in Form eines generischen Xindi Reptilian Captains bei.

Zwei weitere Karten umfasst das Preisset noch:

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Das Tech Upgrade Sensor Encoders und die zur Schiffsfähigkeit passenden Photonen Torpedos mit der Time-Token Mechanik. Die Karten kosten beide drei Punkte.

Sensor Encoders sind so etwas wie die Black Box eines Xindi Schiffes. Wird ein Xindi Schiff vernichtet, dann hinterlässt es diese Sensor Encoders (SE) im eigenen Trümmerfeld, so dass eine Xindi Bergungsmannschaft diese finden und die Vernichtung des Schiffes nachvollziehen kann.

Im Spiel bedeutet das, dass bei der Zerstörung eines Schiffes mit SE alle befreundeten Schiffe in Reichweite 1-3 bei ihrer nächsten Verteidigung einen Bonusangriffswürfel erhalten.
Nicht schlecht, grade auch, wenn man die Eskort-Aufgabe der Xindus bedenkt. Die Karte ist weder einzigartig, noch besonders teuer und damit absolut spielbar.

Schön wären hier allerdings Pappmarker gewesen, die man den von der Zerstörung eines Freundes profitierenden Schiffes hätte zuordnen können. Die wären sicher auch enthalten gewesen, wenn die Sparwut die WizKids nicht gepackt hätte – noch vor kurzem gab es ja vermehrt noch Marker für solche Special Effects. Schade eigentlich, dass dem nicht mehr so ist – so läuft man Gefahr, dass der Bonuseffekt vergessen geht. 🙁

Zu den Photonen Torpedos: sie kosten drei Punkte. Es handelt sich also um die schwächere Version des Klassikers im neuen Zeitmechanik-Gewand: Vier Angriffswürfel, Reichweite 2-3, und zielerfassungsabhängig. Feuert man diese Xindi Torpedos von einem Reptilian Warship ab, bekommt man sogar noch einen Zusatzwürfel. Eine Auto-Umsetzung von einem Kampfstationen-Resultat in einen (kritischen) Treffer gibt es jedoch nicht. Damit ähneln diese Torpedos denen aus den diversen Blind Boostern.

Das war’s – mehr Karten gibt es in diesem Set nicht.

Fazit:
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Der Teilnahmepreis des Kits, die Main Power Grid Ressource, überrascht zunächst durch variable Kosten und hat zwei Anwendungsgebiete, die Offensive und die Defensive. Beide sind thematisch, die defensive Fähigkeit ist aber ungleich stärker. Eine schöne Ergänzung im stetig  wachsenden Zirkus der Ressourcen.

Die Xindus selbst ist ein schönes Preisschiffset. Ein Must-Have für jeden Xindi-Spieler, da es einfach zu gute Karten enthält und als Begleitschiff für das Weapon Zero Waffen Schiff (mehr dazu an anderer Stelle…) einfach zu gut geeignet ist. Aber auch für andere Spieler und Sammler sicher interessant.

Grade Damron ist eine extrem starke Crew-Karte, die man sehr gerne (vor allem gegen die Föderation!) spielen möchte, auch wenn man kein Xindi-Spieler ist. Doch auch Captain Kolo und die Sensor Encoders machen Spaß.

Das Set ist auch von der Qualität her in Ordnung, wenn nicht die ärgerlichen Abstriche bei der Menge an Pappe gemacht worden wären und dem Set damit eine Menge Marker fehlen, die dem Set gut zu Gesicht gestanden hätten.

Unter dem Strich liefern die WizKids hier ein richtig schönes Preisset ab, welches ohne Weiteres auch als Kauf-Erweiterung seine Daseinsberechtigung haben würde.

Es bleibt abzuwarten (und zu hoffen), ob die Kauf-Xindi-Schiffe Teile der OP-Kartensätze übernehmen werden, wie das bei der S’GornGornarus und der Tholia One der Fall gewesen ist. Sonst muss man als Xindi Spieler in den sauren Apfel beißen und unbedingt versuchen, jeweils an ein solches Preisschiff-Set heran zu kommen. Grade die Schiffe aus den Kits Zwei und Drei sind gut geeignet, einmal, vielleicht sogar zweimal Einzug in die eigene Flotte zu halten.

Als Sammler will man eine Xindus ohnehin, da es sich hierbei um das vorerst (?!) letzte reguläre Preisschiff des Turnierprograms handelt.

Weiterspielen versucht immernoch an ein Preisset aus dem The Void Kit zu kommen und dann einen genaueren Blick auf die neue Preis-Struktur zu werfen. Das gestaltet sich aber schwierig… Hoffen wir das Beste! In diesem Sinne, viel Spaß beim Weiterspielen…

20160228_213542Die drei Xindi Preisschiffe friedlich vereint…