Star Trek Attack Wing – Temporal Cold War Monat 1 Vorstellung (inkl. Diaspora und Protocol Ressource)

Die STAW Premiere der Xindi

Im Herbst startete mit dem Temporal Cold War für Star Trek Attack Wing (STAW) eine neue, dreimonatige Organized Play (OP) Kampagne von den WizKids.

Diesesmal orientiert sich die Handlung der drei Missionen erstmals an der bis heute letzten Serie im Star Trek Universum: (Star Trek) Enterprise (ENT).

Der Temporal Cold War war seines Zeichens der alles umspannende Handlungsbogen der umstrittenen dritten Staffel der Serie. In dieser Staffel machte sich die Enterprise unter Captain Archer auf, um den Xindi das Handwerk zu legen.
Einer Spezies die, angeleitet aus der Zukunft, die Erde als zukünftige Bedrohung ansah. Zunächst setzte sie daher eine „kleine Waffe“ testweise gegen die Erde ein. Mit verheerenden Folgen. Gleichzeitig trieb sie die Entwicklung einer großen Version der Waffe voran, mit der die vollständige Vernichtung der Menschen herbeigeführt werden sollte.
Dass die Xindi sich tatsächlich aus mehreren Spezies zusammensetzen (u.a. den Reptilians, den Insectoids und den Aquatics) wurde in dieser Staffel ebenso aufgedeckt, wie die Tatsache, dass längst nicht alles so ist, wie es zunächst zu sein scheint.

Kontrovers war die Staffel nicht zuletzt deswegen, da die Autoren Archer mit den MACOs Militär mit an Bord nehmen liessen und er es auf dieser “Kriegsmission”, die sicherlich nur rein zufällig mit größeren politischen Ereignissen Kriegsereignissen der realen Welt korrespondierte…*hust*, auch nicht mehr so genau nahm, was die Moralität und “Sauberkeit” der Handlungen angeht.
So halten in dieser Staffel Folter und rücksichtslose Tötung von Gegnern Einzug in Star Trek. Keine Sternstunde des Franchise.
Persönlich hat mir diese Staffel daher von der Serie, ja wohl von allen Serien, am wenigsten gefallen.

Dagegen mochte ich die beiden ersten Staffeln – nachdem ich ihnen sehr spät eine Chance gegeben hatte. Diese hatten für mich mehr von der Aufbruchs- und Entdecker-Stimmung, die man aus der Original-Serie (TOS) kannte (und mochte) und mit Archer einen sehr umgänglichen Captain. Grade im Zusammenspiel mit seiner Crew.
Mit den Andorianern und deren Konflikt mit den, in ENT völlig ungewohnt dargestellten Vulkaniern, gab es auch schon interessante politische Folgen und mit dem Thema der Tabuisierung der Geistesverschmelzung wurden in bester Star Trek Tradition Themen wie die Homosexualität und HIV “durch die Blume” besprochen.
Auch die Erste Direktive der Föderation, die Regel der Nichteinmischung, fand hier in einer Folge ihren Ursprung.

Unter Fans unumstritten ist wohl, dass die vierte (und leider letzte) Staffel der Serie die beste war. Mit langen Handlungsbögen und gut geschriebenen Folgen sowie starken Gaststars (u.a. Brent Spiner als Dr. Soong!). Auf diesem Niveau hätte es gerne weiter gehen können, womöglich mit Commander Shran als permanentem Crew-Mitglied. Doch leider ist es dazu nicht mehr gekommen.

Aber egal, für STAW beschloss man den aggressivsten Handlungsbogen der vier Staffeln auszuwählen, um für die OP Missionen Pate zu stehen. Eine Entscheidung die für den Einsatz in einem taktischen Raumkampfspiel vielleicht nicht all zu verkehrt ist.

Schnell wurde bekannt, dass die Xindi, als eine einzelne, eigene Fraktion, über die Preisschiffe der Kampagne Einzug in STAW halten.

Der offizielle Flufftext zur Kampage liest sich bei den WizKids wie folgt:

Star Trek: Attack Wing- Temporal Cold War Storyline Organized Play Series

Prevent the multi species alliance, the Xindi, from destroying humanity in this new Star Trek: Attack Wing Storyline Organized Play program! Starting October 2015, WizKids kicks off the Temporal Cold War, three-month storyline organized play program. In Temporal Cold War, stores carrying Star Trek: Attack Wing will host tournaments featuring scenario games based on the Xindi world and their alternate timelines. Players will be able to collect a participation prize each month as well as compete for new playable ships that will only be offered during the Temporal Cold War Organized Play Series. The player with the best record over the three-month event will be bestowed the title of Fleet Admiral and awarded a special grand prize at the end of the program.

 

Kommen wir zum Monat 1 Kit – Shockwave:

 

Monat 1 des Temporal Cold War Events: Shockwave

While on a mission to meet with the colonists at the rapidly growing mining colony on the planet Paraagan II, your fleet is set upon by an enemy fleet. The level of tetrazine gas in the atmosphere is extremely dangerous and highly susceptible to explosion if exposed to sufficient heat. If your battle gets too close to the planet’s surface, the colony will be destroyed.

Each Temporal Cold War Event One OP Kit includes:

  • “Shockwave” Instructions & Score Sheet
  • Teilnahme Preise: (10) Protocol Cards sowie als Haupt Preise: (3) Diaspora/ Xindi Insectoid Starship 

Quelle: http://wizkids.com/attackwing/star-trek-attack-wing/temporal-cold-war-op/

Bei der Zusammensetzung der Kits hat sich also nichts geändert. Es gibt leider wie zuletzt keine Mapsets, dafür aber zehn Teilnahmepreise (in Form von Ressourcen), drei Preisschiffe je Kit und am Ende der Kampagne ein „Grand Prize“, der wohl wie bei der letzten Kampagne aus einem speziellen thematischen Kartensatz bestehen wird.

Die Vorlage für Shockwave liefert der gleichnamige Cliffhanger von Staffel zwei der Serie auf Staffel drei. Dort löst die Crew der Enterprise bei einem Shuttlepod Einsatz (vermeintlich) die Verbrennung der Atmosphäre eines Planeten aus und sorgt damit (abermals vermeintlich) für den Verlust einer Kolonie. Daraufhin soll die Enterprise zurückgerufen und ihre Mission der Erforschung gecancelt werden…

Der Teilnahmepreis – Die Protokoll-Ressource:
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Protocol-Ressource:doppelseitig bedruckte Karte.

Die Ressourcen haben ja von den WizKids ein Haltbarkeitsdatum verpasst bekommen. Nach 18 Monaten im Spielbetrieb, sollen die Ressourcen auf Turnierebene nicht mehr gespielt werden dürfen. So der „Vorschlag“ des Verlags. Die Flagschiffe hat es schon erwischt, zu Beginn von 2016 werden die Fleet Captains ausgemustert. Ein Grund mehr, den aktuellen Ressourcen mit Interesse zu begegnen. Es könnte ja eine neue, spielbare dabei sein, die nunmehr ins Rampenlicht tritt, wo die beiden stärksten althergebrachten zurücktreten.

Protocol könnte zumindest eine Chance haben gespielt zu werden. Die lediglich fünf Punkte teure Ressource kann gleich auf drei unterschiedliche Arten eingesetzt werden. Sie gilt jeweils nur für ein Schiff der Flotte je Runde.

Entweder darf man beim Ausführen einer Ausweichen-, Scan- oder KampfstationenAktion gleich einen zweiten passenden Marker neben sein Schiff platzieren. Ohne das einem dies einem Auxiliary Power Token (APT) oder so etwas einbringen würde. Sehr cool!

Oder man darf beim Tarnen seinen Marker direkt neben das grade getarnte Schiff packen und so direkt mit der Auslösung der Aktion verhindern, dass man noch in die Zielerfassung genommen werden kann. Ebenfalls super, wenn man eine Flotte mit getarnten Schiffen einsetzt.

Oder man darf bei der Durchführung der Sensor-Echo Aktion vom Action-Bar wahlweise die 1er-, 2er- oder sogar 3er-Schablone nutzen! Das eröffnet natürlich eine ungemeine Vielfältigkeit der Bewegung! Beachte: Die Aktion muss auf dem Action-Bar sein. Karteneffekte die eine Sensor-Echo Aktion auslösen, ohne diese auf der Action-Bar platziert zu haben, greifen also nicht.

Für Spieler der Fraktionen, die Zugriff auf diverse tarnfähige Schiffe haben, könnte diese Ressource tatsächlich sehr interessant werden! Also, Romulaner– und Klingonen-Spieler, testet das neue Protokoll aus und sagt uns, was ihr für Erfahrungen gemacht habt!

Leider ist die Karte von der Stärke her sehr, sehr schwach und sollte daher pfleglich behandelt, am besten gleich in eine stabilisierende Kartenhülle verpackt werden. Warum hier nach wie vor solche Schwankungen vorliegen, bzw. warum es die WizKids es nicht endlich schaffen, gleichmässig dickere Papierqualität zu nutzen, nervt mich ungemein und ich verstehe es auch nicht.

Das Preisschiff – die Diaspora:
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Die Diaspora ist ein Xindi Insectoid Starship und hat die Ehre, die Fraktion der Xindi ins Spiel einzuführen. Wie bei den meisten Preisschiffen auch, umfasst auch der Kartensatz der Diaspora neun reguläre Spielkarten, erweitert in diesem Falle um eine Regelkarte für die Fraktion. Bei dem Schiff handelt es sich um ein brandneues Modell! Was allerdings negativ auffällt ist, dass dem Schiff lediglich drei Papp-Bögen mit Markern beigelegen haben. Die WizKids verzichten auch hier auf die Beigabe von Target Lock Tokens und die Evade- und Battlestations-Marker. Finde ich super dämlich. Das ist etwas was mir schon bei Welle 20 aufgefallen ist und was ich in aller Deutlichkeit kritisiere. Das ist sparen am falschen Fleck. Ich will ein Schiff direkt „out-of-the-box“ spielen können. Dazu brauche ich alle, und ich meine wirklich alle, Marker, die dazugehören. Auch wenn ich vielleicht daheim genug Schilde, Zielerfassungspaare und Kampfstationen- bzw. Ausweich-Marker haben sollte. Darum geht es einfach nicht. Bin ich ziemlich empört von und hoffe sehr, dass sich dieses Bild in den Blind Booster Schiffen des Reinforcement Bricks nicht fortsetzen wird!

Das Modell:
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Das Modell ist zwar recht klein, sieht aber doch ziemlich gut aus. Es hat einen silbernen Basecoat bekommen und wartet mit türkisgrünen Applikationen auf. Das Modell wird seiner Vorlage einigermassen gerecht und weiss, trotz seiner schlichten Bemalung, durchaus zu gefallen.

 Die Diaspora:
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Die Diaspora selbst hat ihren Namen von den Designern erhalten. Benannt wurde das Schiffchen in der Serie nicht.

Die Diaspora verfügt lediglich über drei Aktionen (Ausweichen, Zielerfassung und Kampfstationen) und kostet 20 Flottenpunkte (Spielwerte: 3 / 2 / 3 / 2). Man darf die Diaspora mit je einem Tech-, Crew- und Waffenupgrade ausstatten.

Die Sonderfähigkeit erlaubt es, dass man, falls man einen Kampfstationen-Marker neben dem Schiff liegen hat, diesen ausgeben kann, um alle seine Angriffswürfel neu zu werfen. Quasi die Han-Solo-Fähigkeit aus X-Wing, ein Target Lock Light, übertragen auf STAW.
Bei lediglich drei Angriffswürfeln in der Primärbewaffnung weiß ich nicht, ob ich das für sinnvoll halte. Da man aber nichts verliert, wenn man die Fähigkeit einsetzt (außer dem Token), schadet sie zumindest nicht und kann sich als Ass im Ärmel erweisen.

Die Klasse hat einen Standard-90°-Frontalfeuerwinkel, bietet ein rotes 3er Come-About-Manöver und eine maximale Beschleunigung von 4-Gradeaus.

Die generische Version des Schiffes verzichtet auf einen Schildpunkt und den Crew-Slot und kostet 18 Punkte.

20151219_223941generische Version und Manöverkarte


Das Personal:
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Der Insectoid Commander kostet vier Punkte, bringt es auf den ordentlichen Captain Skill von 6 und darf ein Elite Talent ausrüsten. Mit Neuro Toxin liegt dem Set ein solches – mit dem stolzen Preis von fünf Punkten – direkt bei. Die Captains-Fähigkeit ist passiv. Mit ihr darf man einen Ausweichen- oder Kampfstationen-Markerm, der bereits neben dem eigenen Schiff liegt, entsorgen, und dafür einen zusätzlichen Angriffswürfel verwenden. Praktisch!

Neuro Toxin ist eine Art der Verteidigung. Man darf es ablegen (discard), falls ein gegnerischer Karteneffekt auf eigene Upgrade-Karten des Schiffes zugreift. Dann darf man den gegnerischen Captain, sowie alle seine Crew-Upgrades als Reaktion ausschalten (disable). Auch nicht schlecht. Aber doch arg teuer, weil man ja keinen dauerhaften Schaden anrichtet. Wenngleich das Ausschalten von Captain und Crew durchaus Chaos in der Aktions-Ökonomie des Gegners anrichten dürften.

Der Insectoid Rifleman geht in die gleiche Richtung. Für eine Aktion und die Karte (discard) darf man, wenn das eigene Schiff nicht getarnt ist und seine restlichen Schilde deaktiviert, ein gegnerisches Schiff in Reichweite 1-2 angreifen. Auch dieses Schiff darf nicht getarnt oder durch Schilde geschützt sein. Dann legt man den Rifleman ab, und schaltet alle Crew-Upgrades des betroffenen Schiffes aus. Als Bonus erhält das betroffene Schiff noch einen APT. Allerdings kostet der Rifleman auch gleich fünf Punkte. Das ist schon ziemlich heftig für den Effekt.

 Die Upgrades:
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Zwei Upgrades liegen dem Set bei. Einmal Tech und einmal Waffe. Das Tech-Upgrade kostet fünf Punkte und ist nicht einzigartig. Es hört auf den Namen Phase Deflector Pulse (PDP). Die Pulse-Firing Particle Cannon (PFPC) ist mit vier Punkten etwas billiger in der Anschaffung und ebenso nicht einzigartig.

Der PDP erlaubt es einem Schiff einmalig (discard) beim Überlappen mit einem gegnerischen Schiff, seinen „Perform Action Step“ zu erhalten. Man zieht das Schiff dann zunächst wie gewohnt an der Schablone zurück, legt dann aber die Karte ab und führt direkt ein 2er-Gradeaus-Manöver durch. Danach führt man seine „Perform Action“ Phase aus, als sei nichts gewesen. Diese Karte darf nur einmal gespielt werden je Xindi-Schiff. Auf Schiffen anderer Völker garnicht.

Die PFPC darf mehrfach eingesetzt werden, da man sie beim Einsatz nur ausschalten (disable) muss. Man braucht auch keine Zielerfassung für ihren Einsatz. Allerdings dürfen ihre drei Würfel (in Reichweite 1-3) nur im vorderen Feuerwinkel eines Schiffes eingesetzt werden! Die Besonderheit der Waffe ist es, dass sie einen zweiten Angriff mit halber Kraft (abgerundet…also einem Würfel…yeah!) auf das so eben anvisierte Ziel erlaubt, so dieses getroffen wurde. Was im ersten Moment toll klingt, ist doch enttäuschend. Der Angriffswert ist quasi immer ein Würfel, es sei denn, man nutzt bspw. die Captainsfähigkeit des Insectoid Commanders… Sonst bleibt der Wert einer Sekundärwaffe ja auch reichweitenunabhängig stabil. Dafür vier Punkte… Ich weiß nicht. Bzw. sogar fünf Punkte mehr, wenn man die Waffe auf ein Nicht-Xindi-Schiff transplantieren möchte. Überzeugt mich leider nicht. Wenn, dann nur in die Kombi mit dem Insectoid Commander, wo auch der Nachschuss zumindest auf zwei Würfel kommen kann, wenn die Token-Umstände stimmen.

20151219_223951Die Fraktionsregelkarte

 

Das Fazit:
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Ein nettes Preisset, mit dem die Xindi ihre Premiere im Spiel erleben. Zu den beiden nachfolgenden Xindi Preis-Schiffen gesellen sich dann in naher Zukunft zumindest zwei Verkaufs-Schiffe (Reptilian und Aquatic) und ein Spezial-Modell, das Xindi-Weapon Ship, letzteres außerhalb der Wellen, hinzu. Die Fraktion wird also bei Gelegenheit, zumindest für Ära-Spiele, nutzbar!

Das Preisset selbst macht Spass, ist aber bei weitem nicht als übermächtig anzusehen. Also genau so, wie man es sich als sammelnder Fan für ein Preisset wünscht.

Das Modell ist einfach putzig und alleine das ist schon ausreichend, dass man das Schiffchen haben mag. Sollte man planen die Fraktion spielen / sammeln zu wollen, ist dieses Schiff dann doch ein Muss. Es gibt einfach (noch?) zu wenig Xindi, als dass man auf eines der preisschiffe verzichten wollte. Sonst ist es einfach schön, wenn man es hat, aber man verpasst auch nichts, wenn es einem fehlt.

Die Ressource Protocol halte ich zur Zeit für einen Geheimtipp und recht stark im Einsatz bei Flotten, die auf Tarnung und Sensor-Echo-Aktionen ausgerichtet sind, um aus den Feuerwinkeln ihrer Gegner zu entkommen. Vielleicht nicht sehr wirksam bzw. haltbar gegen die Borg. Ansonsten aber lustig und – denke ich – spielbar!

Bis dahin, viel Spaß beim Weiterspielen und schöne Feiertage!

Oh und wir melden uns natürlich baldmöglichst mit der Vorstellung von Kit 2 „Future Tense„…

You discover a small craft adrift in space, and conclude that it is apparently from the future. In order to study it further, you attempt to retrieve it, but as you do so, you are set upon by an enemy fleet. They, too, want to retrieve and study the ship, and so you are locked in a battle to control the small craft or, at the very least, to prevent the enemy from doing so.