Star Trek Attack Wing – Encounter at Farpoint (Q-Continuum OP Kit 1) Vorstellung – U.S.S. Hood und Evasive Action Template Ressource

Encounter at Farpoint – die Folge, mit der Star Trek The Next Generation (TNG) begann, steht Pate für den Auftakt, des neuen, dreimonatigen OP-Zyklus: Q-Continuum.

In Encounter at Farpoint (EaF) begegneten uns seinerzeit nicht nur Picard und die Enterprise-D der Galaxy Klasse zum ersten mal. Nein, auch Picards vielleicht interessantester Gegenspieler über sieben Staffeln trat auf den Plan: Q, dass allmächtige Wesen, was die Menschheit vor Gericht stellte. Ein Prozess, der, wie wir am Ende von TNG erfahren haben, ganze sieben Jahre andauerte.

Im Star Trek Attack Wing (STAW) Setting wird das schneller gehen und in drei Monaten abgehandelt werden.

Das Preisschiff des ersten Monats ist die Exclesior-Klasse U.S.S. Hood. Dieses Schiff bringt einen ganzen Satz spannender Karten mit und dürfte sich wohl einen Platz neben den begehrtesten anderen OP-Preisschiffen wie der U.S.S. Sutherland und der I.K.S. Ch’tang sichern.

Der offizielle Missionstext liest sich wie folgt:

While on a mission to planet Deneb IV to examine Farpoint Station, a mysterious starbase built by the inhabitants of Deneb IV, an omnipotent being calling himself “Q” places a powerful force field in your way, stopping your ships. He claims that you are a dangerous race and demands that you leave the system and when you start to go, he tells you that he will return to prosecute and judge you. As you continue your journey to Farpoint Station, your fleet is set upon by an enemy fleet, and the Honorable Judge Q begins his trials for both of your fleets. Can you defeat your opponent and complete your mission at Farpoint? Or will Q’s trials prove to be too much for you to handle?

– genauere Infos:

Download Month One Special Rules – HERE

Download Month One Instruction Sheets – HERE

Quelle: http://wizkids.com/attackwing/the-q-continuum/ –

und orientiert sich damit grob an der Vorlage. Der Einfluss von Q wird durch ein neuartiges Spielelement – welches dem Set anstatt eines klassischen Mapelements beiliegt – den Q-Continuum Karten, eingebracht. Dazu später mehr.

Ein jedes Encounter at Farpoint Kit enthält:

  • “Encounter at Farpoint” Instructions & Score Sheets
  • Map Elements: (20) – Q-Continuum Cards (fünf Sätze á 4 Karten)
  • Participation Prizes: (10) Evasive Action Template with Reference Cards
  • Competitive Prizes: 3 U.S.S. Hood/Excelsior Class Starship

 

Der Teilnahmepreis:
Beginnen wir mit der neuen Ressource, der fünf Punkte schweren Ausweichmanöver-Aktion!

20150516_204614Referenzkarte und Manöverschablone

Mit dieser Ressource darf einmal pro Runde ein beliebiges Schiff der Flotte, wenn es ein rotes Manöver oder ein Wendemanöver auf dem Manöverrad aufgedeckt hat, statt diesem Manöver das Ausweichmanöver mit der neuen Schablone ausführen. Dabei darf ausgewählt werden, in welche Richtung sich die Schablone bewegt.
Das Manöver gilt als rotes Manöver (man muss nach Ausführung einen Auxiliary Power Token (APT) platzieren). Schiffe, die auf ihrem Manöverrad kein 180°-Wendemanöver haben, müssen sogar einen zweiten APT platzieren. Das ist schon happig.
Die Beschränkung auf einmaligen Einsatz je Zug finde ich bedauerlich. Außerdem hätte ich mir gewünscht – inspiriert vom Segnor Looping von X-Wing – dass man (vielleicht auf Kosten eines zweiten APT) eine 180°-Wende hätte durchführen können oder zumindest einen Ausweich-Marker zugeordnet bekommen hätte. Schließlich handelt es sich ja um ein Ausweich-Manöver.
Damit wäre die Ressource massiv aufgewertet worden. So fürchte ich, wird sie, so lustig sie ist, verpuffen. Schade.

Weiter geht’s mit der ersten wirklichen Neuerung, den Q-Continuum Karten.

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Dem Kit liegen 20 solche Karten bei, verteilt auf fünf Sets mit je vier unterschiedlichen Karten (Honored Judge, A Powerful Mind, Very Advanced und Incredible Power).

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Die vier Karten bilden einen verdeckten Stapel, von dem zu Beginn jeder Runde zwei Karten gezogen werden, die dann in dieser Runde ihre Effekte enfalten.

Für den Einsatz der Karten finden sich im Kit folgende Regeln:

Q-Continuum Cards have a universal effect on the entire play area when they are “Active” and every ship in the play area must follow the rules on each Active Q-Continuum Card.
Two Q-Continuum Cards will be Active during each round of the battle.

At the start of the game, shuffle the four Q-Continuum Cards. Take the top two cards and place them next to the play area face-up. These are the Active cards at the start of the battle.
Before the Planning Phase of each round, all four Q-Continuum Cards are shuffled together. Then, take the top four cards and place them next to the play area face-up. Any Q-Continuum Card that is not face-up next to the play area is not Active.
Zu den einzelnen Karten wird ausgeführt:20150516_204654
If a ship is destroyed while its Captain Card or Upgrade Card are face-down, those cards count towards that player’s surviving Fleet. When the Honored Judge card is no longer active, the card(s)
it flipped face-down are flipped face-up.
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Place an Auxiliary Power Token beside your ship even if it is a free Action.
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This occurs every time a ship moves during the Activation Phase.

Mit den Q-Karten wird das Spiel unberechenbarer. Wie genau sich das auf das Spiel auswirkt, werde ich zeitnah mit meiner Gruppe ausprobieren. Weiteres Pappgedöns liegt dem Set nicht bei. Ich empfehle, das Karten-Set, so man eines bekommt, pfleglich zu behandeln, denn ich schätze, dass die Karten auch in den Folgemonaten zum Einsatz kommen sollen, auch wenn sie auf den Kit Inhaltslisten der Monate 2 und 3 nicht wieder auftauchen.

Kommen wir zum Sahnestück des Sets – der U.S.S. Hood.

Das Modell:

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Anmerkung: Ich bin kein großer Freund der Klasse, und bin daher nicht sehr sicher, ob sich die Bemalung und Detailtreue des OP Schiffes von dem des Verkaufs-Modells unterscheidet. Aber anhand der Bilder kann sich ja jeder seinen eigenen Einblick verschaffen. Update: Beim Spieleabend die Excelsior-Klassen miteinander vergleichen und festgestellt: Die OP Version ist schlechter bemalt. Sämtliche rote Applikationen die bei der U.S.S. Excelsior zu finden sind (an Untertasse, Rumpf und Warp-Gondeln) fehlen bei der U.S.S. Hood). Irgendwie schön, dass sich die Schiffe optisch unterscheiden. Irgendwie aber armselig, auf welche Art und Weise dies geschehen ist…

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Was direkt auffällt ist, dass meine Hood schief sitzt. Ich hatte allerdings Glück im Unglück, die Stäbchen waren in sich verbogen (das ist mal was Neues!) und es liegt nicht an der Befestigung des Modells selbst. Immerhin.

20150516_205041Pappmaterial des Preissets

 Die Hood:
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Die Hood taucht in EaF auf, als das Schiff was Commander Riker zur Enterprise überstellt. Das ist thematisch, stellt es doch eine Verbindung zur OP-Kit Mission dar. Sowas gefällt mir. Die Hood wird kommandiert von Captain Robert deSoto, einem alten Freund von Picard und deSotos Stellvertreter Commander Riker. Die Schiffsfähigkeit der Hood ist weniger thematisch gehalten (in EaF spielen die Romulaner oder andere Völker, die über Tarntechnologie verfügen – sieht man von Worfs ersten Auftritt ab, keine (bedeutende) Rolle). Trotzdem ist die Fähigkeit, einen Bonusangriffswürfel zu erhalten, wenn getarnte Schiffe angegriffen werden, nett. Das Schiff hat die typischen zwei Feuerwinkel der Klasse (180°-Front, 90°-Rück) und die Spielwerte 3 / 1 / 5 / 4 ( =  26 Punkte). Auch die Aktionen überraschen nicht: Scan, Ausweichen, Zielerfassung, Kampfstationen.
Die Upgrade-Slots sind Crew, Crew, Crew (wichtig für Captain deSotos Fähigkeit), Waffe und Tech.

20150516_205259generische Version und Manöverkarte

Das Personal:
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Dem Set liegen zwei Captains bei. Captain Robert deSoto, der thematisch richtige Kommandant und ein generischer (dargestellt von Commander Orfil Quinteros, dem Offizier, der die Konstruktion der Enterprise-D überwacht hat).
DeSotos Fähigkeit ist passiv. Sie erlaubt es ihm, eine gewisse Anzahl von Verteidigungswürfeln neu zu werfen. Diese ist abhängig von der Anzahl der ausgerüsteten Crew-Upgrades, aber begrenzt auf maximal drei.
Da die wenigsten Föderationsschiffe mit hohem Agility-Wert daherkommen, die Excelsior-Klasse schonmal garnicht, braucht es hier gute Crew-Upgrades, die die Würfel-Zahl erhöhen, wenn man seine Fähigkeit ausnutzen möchte. DeSotos Spielwerte sind eine Enttäuschung. Zugegeben, die Föderation braucht nicht wirklich einen weiteren hoch-wertigen Captain, aber Captain deSoto, den man als einen der erfahrensten Offizieren der Flotte vorgestellt bekommt, als Skill 4 Captain, noch dazu ohne Elite-Talent-Slot. Dafür ist er mit drei Punkten recht günstig in der Anschaffung.

DeSotos erster Offizier, Lt. Commander William T. Riker, hilft seinem Captain bei der Nutzung seiner passiven Fähigkeit.

20150516_205331Ein weiterer junger, bartloser Riker

Riker ist der Knaller des Preissets. Für nur drei Punkte bringt er passive Fähigkeiten mit, die sich sehen lassen können. Riker bringt einen zusätzlichen Verteidigungs-Würfel mit und gleichzeitig erlaubt er es, ein gewürfeltes Kampfstationen-Resultat in ein Ausweichen zu verwandeln. Sehr stark! Damit ist es aber noch nicht geschehen. Sollte Rikers Captain ausgeschaltet (disabled) werden, verdoppelt sich der zuvorbeschriebene Effekt auf zwei Würfel und zwei Umwandlungen. Das alles für nur drei Punkte? Ja, bitte schön – willkommen an Bord, Mr. Riker!

Die Upgrades:

Die Hood bringt noch drei weitere Upgrade Karten mit. Starten wir mit der Offensive:
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Für lediglich zwei Punkte kann ein Schiff mit Typ 8 Phaser Bänken ausgestattet werden, dessen Primärwaffenwert jedoch nicht über „3“ liegen darf.  Ein so ausgerüstetes Schiff darf dann einen zusätzlichen Angriffswürfel verwenden, wenn es die Primärbewaffnung einsetzt. Ich finde die Karte cool.

Das Tachyon Detection Grid (TDG) gehört thematisch auch nicht zu EaF, ist es doch eine Entwicklung des klingonischen Bürgerkriegs. Geordi LaForge hat mit diesem Netz versucht, getarnte romulanische Kreuzer aufzuspüren, die heimlich die Versorgung der Duras-Streitmacht übernommen hatten. Aber da die Hood in der späteren TNG-Folge Redemption tatsächlich an eben dieser Blockade beteiligte, ist die Sache schon wieder thematisch rund. Gefällt mir extrem gut!

Das einzigartige Tech-Upgrade kostet sechs Punkte und erlaubt, auf Kosten der Karte (discard) und der Schiffs-Aktion gegen getarnte Schiff vorzugehen. Man wählt neben dem eigenen Schiff noch zwei weitere Schiffe, die sich in Reichweite 1 befinden müssen. Alle getarnten Schiffe die sich in Reichweite 1 dieser Netzschiffe befinden, dürfen dann die Sensor-Echo-Aktion nicht ausführen, sie müssen ihren Tarn-Marker auf die rote Seite drehen und büßen beim Verteidigen einen Würfel ein. Die Karte ist auf den Einsatz auf Föderationsschiffe beschränkt. Vom Kartentext her gilt die Fähigkeit nur für die beiden angepeilten Schiffe, nicht aber für das TDG aktivierende Schiff („in Range 1 of the target ships“). Finde ich eher weniger sinnvoll. Bei uns am Tisch wird die Reichweite von allen drei Schiffen des Netzes aus gemessen werden dürfen.

20150516_205339Ein vom Typ nicht festgelegtes Upgrade

System Upgrade finde ich nicht schlecht. Für nur zwei Punkte darf man das Upgrade auf einem beliebigen Slot eines Föderationsschiffes platziert werden. Dafür erhält das Schiff einen zusätzlichen Tech-Slot und einen um einen Punkt erhöhten Schildwert. Die Karte darf nur einmal je Schiff ausgerüstet werden, ist aber ansonsten nicht einzigartig. Grade für kleine, zerbrechlichere Schiffe, sagen wir mal wie solche aus der Oberth-Klasse oder Shuttles, echt gut!

20150516_204833Das Preisschiff USS Hood

Fazit:
Wow, was ein Preisset. Die Mission liest sich interessant, die Q-Karten versprechen auch eine interessante Variante des Spiels, aber die Hood wird unter Föderations-Spielern sicherlich sehr, sehr große Begehrlichkeiten wecken. Das Schiff selbst noch am wenigsten, auch wenn seine Schiffsfähigkeit durchaus passabel ist.
Nein, die Begleitkarten Riker und System Upgrade und Typ 8 Phaser Banken werden sicherlich gerne gespielt werden, von Leuten, denen eine Hood in die Finger fällt. Auch Captain DeSoto lässt sich, auf dem richtigen Schiff, mit der richtigen Ausstattung, durchaus gut spielen.

Im Großen und Ganzen ist die Zusammenstellung des Kits thematisch auf Encounter at Farpoint ausgrichtet. Eine Ergänzung in Form des Tachyon Detection Grid passt auch zur Hood, da sie aus einer späteren Folge stammt, in der das Schiff einen Auftritt hat. Sehr gelungen und damit hätte die Hood ohne weiteres, versehen mit einer schönen Mission, eine gute eigenständige Verkaufserweiterung sein können. Gerne auch mit den Q-Karten dabei für die Mission. Hier werden viele Spieler leer ausgehen, deren Flotten die Hood gut zu Gesicht gestanden hätte. Das finde ich bedauerlich.

Allen Gewinnern und sonstigen Besitzern des Schiffes und des OP Materials viel Spaß damit und überhaupt allen Spielern des EaF Events viel Spaß und eine gute Zeit.