Star Trek Attack Wing – Die Reinforcement Blind Booster Schiff Besprechung #5: I.K.S. Toh’Kaht

Was braucht(e) das Spiel ganz dringend: genau, einen neuen Angriffskreuzer der Vor’cha Klasse. Einen klingonischen Schlachtkreuzer aus dem TNG/DS9 Zeitrahmen, den die Fraktion im Rahmen von Star Trek Attack Wing (STAW) bisher nur im Starter Set bekommen haben. Lange Zeit galt die Klasse als eines der stärksten Schiffe des Spiels.

Schon allein, um der Schwemme von Bird-of-Preys entgegen zu treten, wäre eine weitere Vor’cha angemessen. Darüber hinaus aber auch, weil die Schiffsklasse einen bedeutenden Anteil der klingonischen Flotte in besagtem Zeitrahmen ausmacht(e).

Was habe ich mich also gefreut, als ich die Ankündigung des I.K.S. Toh’Kaht Booster gelesen habe. Wäre da nicht dieser kleine Schönheitsfehler. Das Schiff macht zwar einen klingonischen Eindruck, ist aber ein Schiff der Mirror Universe (MU) Fraktion.

Gut, dann wird es für die Klingonen wohl noch etwas anderes in diesem Brick geben. Vielleicht einen Bird-of-Prey? 😉

Widmen wir uns aber zunächst einem Schiff aus dem Spiegeluniversum in der Schiffsvorstellung #5 des Reinforcement Blind Booster Bricks.

Wer eine Übersicht zu unseren Reinforcement Blind Booster Brick Artikeln sucht, dem sei unser News-Beitrag zum Brick empfohlen. In besagtem Artikel werden wir nach und nach die Besprechungen der einzelnen Schiffe, sowie deren Besprechung erstellt worden und online gegangen ist, verlinken.

I.K.S. Toh’Kaht:
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Die Auswahl des Schiffes für die Fraktion ist leider ein kompletter Fehler. Die Toh’Kaht stammt aus einer frühen DS9 Folge (Dramatis Personae) und hat dort einen Mini-Auftritt. Sie kehrt aus dem Gamma Quadranten zurück und hat dort etwas aufgesammelt, was zu „Besessenheit“ unter den Crew-Mitgliedern und letztlich zur Vernichtung des Schiffs führte. Das Schiff hat aber nichts, so garnichts, alternativ-universiges an sich. Fail.

Gut, man nutzt für die Umtopfung in die falsche Fraktion wenigstens ein Schiff, was quasi keinen Einfluss auf die Serie nimmt, trotzdem ist es … unbefriedigend. Noch dazu wird auch diesem Modell viel mehr Liebe zuteil, als dem Originalmodell der Klasse – zumindest was die Bemalung angeht. Immerhin liegen dem Set trotz der neuen Sparpolitik der WizKids auf den ersten Blick alle notwendigen Marker bei. Das muss man ja auch „anerkennen“…

Das Modell:
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Das Modell entspricht vom Detailgrad her genau dem schon aus dem Starter Set bekannten Schiff. Der Paintjob ist allerdings komplett neu. Endlich weg vom türkisen Anstrich, hin zu einem dunklen, metallisch schimmernden Grünton. Das Ding sieht richtig klingonisch aus. Wäre das Teil so in den Starter gewandert, wären die Unkenrufe zu Beginn des Spiels weitaus leiser ausgefallen, möchte man meinen.

Alleine schon wegen des Modells möchte man als Klingonenspieler einen solchen Booster Pack haben. Man kann im Grunde genommen auch das Schiff einfach als Klingonenschiff umdeklarieren – zumindest im „casual play“ daheim. Schließlich ist es – de facto – eben genau das.

I.K.S. Toh’Kaht:
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Die I.K.S. Toh’Kaht hat die gewohnten Spielwerte der Klasse (und eben auch nur einen 90°-Frontalfeuerwinkel) von 5 / 1 / 5 / 3, was zu Kosten in Höhe von 28 Punkten führt.

Als Aktionen stehen Ausweichen, Zielerfassung, Tarnen und Sensor-Echo zur Verfügung. Aufwertungen können in Form von Tech, Waffe, Waffe und Crew erfolgen.

Die Schiffsfähigkeit muss über die Schiffsaktion ausgelöst werden und erlaubt der I.K.S. Toh’Kaht die Platzierung eines Scan-Markers neben dem Schiff, auf Kosten eines Auxiliary Power Tokens (APT).

Man beachte die Formulierung: Es ist keine ScanAktion im eigentlichen Sinne. Gut, die kann die Schiffsklasse auch nicht wirken, aber trotzdem interessant.

Da die Klasse sonst nicht auf die ScanAktion zugreifen kann, ist die Fähigkeit nicht ganz schlecht. Aber sie ist eben auch nicht besonders gut.

20151225_181235generische Version und Manöverkarte

Die generische Version der Klasse verzichtet auf einen Schildpunkt, kostet also nur 26 Punkte, und einen der beiden Waffenslots. Die Manövrierbarkeit entspricht der der klingonischen Version.

Das Personal:
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Captain Kaybok stammt thematisch aus der DS9-Doppelfolge Way of the Warrior, die den Start der vierten Staffel von DS9 markierte.

Dort hält Kaybok die Xhosa, das Schiff von Benjamin Siskos Freundin Kasidy Yates, auf, um es – seinen Befehlen entsprechend – auf Formwandler zu kontrollieren. Dabei wird er von Sisko mit der Defiant verscheucht, noch ehe er seine Befehle umsetzen kann.

Die Entscheidung, nicht gegen die Defiant zu kämpfen, kostet Kaybok letztlich das Leben. Er ist eine tragische Figur.

Hier fällt – negativ – auf: es bestehst keinerlei MU-Zusammenhang ( ja nicht mal einer zu alternativen Universen) hinsichtlich Kaybok.

Kaybok kostet als MU Captain zwei Punkte, hat den Skill von 3 und darf ein Elite Talent ausrüsten. Mit Covert Mission liegt auch eine solches für 5 Punkte bei.

Kayboks Fähigkeit ist passiv. Das ist schon mal gut. Er darf beim Angreifen eine gewisse Anzahl von Angriffswürfel neu würfeln. Die genaue Summe entspricht der Anzahl von Tech- und Waffen-Upgrades ab, die das angegriffene Schiff ausgerüstet hat. Das kann, je nach Gegner, schon ganz praktisch sein. Würfel nachwürfeln dürfen, ist immer gut!

Mit Covert Mission kann man in Reichweite 1-2 ein Sekundärwaffenupgrade von einem anderen Schiff stehlen und verwenden, auch wenn diese Waffe die eigenen Schiffsrestriktionen übersteigt.

Dazu braucht es die für solche Karten üblichen Voraussetzungen: Man löst die Aktion aus und dekativiert seine eigenen aktiven Schilde. Außerdem darf das angegriffene Schiff keine aktiven Schilde aufweisen. Aktiven Tarnfelder darf es auch nicht geben. Kann man spielen, ist aber mit 5 Punkte für eine einmalig verwendbare Karte (discard) nicht unbedingt billig.

Hon-Tihl, das Crew-Upgrade des Sets, gehört tatsächlich auf dieses Schiff. Er war der Erste Offizier der Toh-Kaht und ist der einzige Überlebende der Expedition in den Gamma Quadranten, wenngleich auch er die Zerstörung seines Schiffes vor Deep Space Nine nicht überstanden hat.

Hon-Tihl ist nach Upgraded Phasers und Weapon Ports eine weitere Anti-Fighter-Karte des Reinforcement Bricks. Grundsätzlich darf man ihn einmal einsetzen (discard), was bei einer fünf Punkte schweren Karte wohl überlegt sein will.

Dann darf man einen einzelnen Primärwaffenangriff um zwei Angriffswürfel verstärken. Gilt dieser Angriff einer Staffel, darf man sie mit genau zwei Angriffswürfeln direkt ein weiteres mal auf’s Korn nehmen. Die Anzahl dieser Würfel darf allerdings nicht beeinflusst werden.

Von den bisher gelieferten Anti-Fighter-Karten ist Hon-Tihl sicherlich die schwächste, zumal man die zweite auf zwei Würfel begrenzte Attacke auch nicht aufwerten darf. Und nach einem Einsatz ist der Spuk – dank discard – auch schon wieder vorbei.

Außerdem hat die Karte noch einen weiteren, klingonisch anmutenden Haken: Setzt man sie ein, darf man in dieser Runde keine Verteidigungswürfel einsetzen…!
Unter dem Strich zu viele Haken für meinen Geschmack.

Ein generischer Klingone als Captain für das MU rundet das Personalset ab. Es folgen natürlich noch eine Waffe und eine Tech Upgrade Karte.

Diese beiden Karten sehen zumindest optisch richtig gut aus! Sie hören auf die wohlklingenden Namen Reactor Core und Thalmerite Explosive.

20151225_181253Upgrades, deren Titel direkt aus der Folge Dramatis Personae stammen!

Reactor Core, das Tech Upgrade, ist mit grade mal zwei Punkten ein echtes Schnäppchen in einem ansonsten total überteuerten Pack.

Die Karte erlaubt eine Anpassung eines bereits aufgedeckten Manövers um den Wert „1“. Voraussetzung: Das neue Manöver muss ebenfalls auf dem Manöverrad des so ausgerüsteten Schiffes sein. Dieses Manöver gilt dann automatisch als ein rotes. Um diesen Effekt zu erlangen,  muss die Karte ausgeschaltet (disable) werden. Damit ist sie mehrfach verwendbar. Sowas ist immer gut.

Kein Schiff darf mehr als einen Reaktor Kern haben. Macht ja auch Sinn. Ein nicht schlechtes Upgrade und vielleicht die beste Karte des Sets.

Die Thelmarite Explosives kosten – wie die meisten Karten des Sets –  stolze 5 Punkte und erlauben einen einmaligen (discard) Sekundärwaffenangriff mit immerhin sechs Würfeln auf den Reichweiten 1-2. Dieser braucht keine aktive Zielerfassung und kann daher mit einer solchen verbessert werden!

Die Waffe hat noch eine recht situative Nebenwirkung: sofern das anzugreifende Schiff keine aktiven Schilde (mehr) hat und auch nicht getarnt ist, darf der Angreifer für jeden erzielten kritischen Treffer zwei, statt der üblichen einen kritischen-Treffer-Karte ziehen und sich die Karte aussuchen, die aktiv werden soll.
Die übrigen Karte(n) wird (werden) abgelegt.

So oder so: Die Detonation beschädigt das auslösende Schiff automatisch mit einem Schadenspunkt, falls die Karte in Reichweite 1 gespielt wird. Darauf gilt es zu achten. Es sei denn, man ist Klingone. Dann ist einem das wohl einfach egal 😀

Anmerkung: Als thematisch gelungen ist hervorzuheben, dass diese beiden letztgenannten Karten direkt aus dem Kontext der Folge Dramatis Personae stammen. Dort zerstört Hon-Tihl sein Schiff mit einer Thelmarite Sprengung am Reaktor Kern. Dafür gibt es hinten raus noch ein paar gute Punkte in der B-Note.

Das Fazit:
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Ich glaube es kaum, während ich es schreibe, aber der MU Booster ist vielleicht bisher der schwächste der ersten Hälfte des neuen Bricks. Zwar ist eine Vor’cha, auch in den Händen des MU, ein starkes Schiff, dennoch sind die Upgrade-Karten wenig überzeugend: durch die Bank weg zu teuer und nur mit wenigen Ausnahmen wirklich interessant (Reactor Core, Covert Mission).

Die Anti-Fighter-Karte Hon-Tihl verliert im direkten Vergleich mit den Upgraded Phasers der Lakota und den Weapon Ports von Nunk’s Marauder ohne jede Frage.

Aber immerhin, auch das MU erhält eine solche Karte. Damit steht es zur Hälfte der Brick-Besprechungen 3:2 für Booster mit solchen neuen Anti-Fighter-Karten.

Aleine wegen des Modells ist der Booster aber im Grunde für jeden Klingonenspieler begehrenstwert. Denn das neue Bemalschema sieht einfach nur viel, viel besser und klingonischer aus, als das was wir in der Grundbox bekommen haben.

Schade, hier wurde Potential verschenkt. Und mich fuchst immernoch, dass hier ein Schiff ins MU gesteckt wurde, was so garnicht hier hingehört. Immerhin sind die meisten Karten thematisch passend aus der entsprechenden DS9-Folge abgeleitet worden. Sowas gefällt mir ja immer gut. Trotzdem: ein eher schwacher Booster, grade was die Verwendbarkeit nach einem Turniereinsatz angeht.

Zeitnah wenden wir uns dann dem Material des OP Kit 2 des Temporal Cold War Story Arcs zu und natürlich den nächsten fünf Schiffen aus dem Reinforcement Blind Booster Brick.