Star Trek Attack Wing – Die Reinforcement Blind Booster Schiff Besprechung #1: U.S.S. Lakota

Irgendwann muss mit der Mammutaufgabe ja begonnen werden, die zehn individuellen Schiffe aus dem Reinforcement Blind Booster Brick einzeln vorzustellen. Wer eine Übersicht sucht, dem sei unser News-Beitrag zum Brick empfohlen. In besagtem Artikel werden wir nach und nach die Besprechungen der einzelnen Schiffe, sowie deren Besprechung erstellt worden und online gegangen ist, verlinken.

Beginnen wir die Flut an Besprechungn direkt mit dem wohl begehrtesten Schiff – einem weiteren Schiff der Föderation; einem der Excelsior Klasse.

USS Lakota:
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Der vielleicht begehrteste unter den zehn neuen Schiffen umfasst ein Pappmarker-Set bestehend aus vier Pappbögen, neun Spielkarten und eine Miniatur. Die Miniatur setzt den „Silber ist das neue Babyblau“ Trend der letzten Föderations-Kreuzer fort. So ist auch die Lakota ein Silberfischchen geworden.

Beim kritischen Blick über die (zugegebenermassen vollgepackten) Pappstanzbögen fällt auf, dass zwei Marker fehlen: zwar ist ein neues Paar Zielerfassungsmarker dabei, aber die Token für Kampfstationen und Ausweichen, zwei Aktionen, welche die Klasse – wie man am Schiffstoken sehen kann – ausführen kann. Schade. Wenigstens liegen dem Set vier Plättchen bei, deren Kapazität voll ausgereizt wird.

Das Modell:
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Bei dem Modell bekommen wir leider (eine kleine) Enttäuschung geboten. Die Lakota stammt aus der DS9 Folge „Paradise Lost“ und entsprach in ihrem Aussehen, der modernisierten Version der Excelsior Klasse, wie wir sie in Form der Enterprise-B in Star Trek Generations kennengerlent hatten. Also mit anderer Farbe des Rumpfes und neuen Auswölbungen an selbigem. Sehr schade, dass das an dieser Stelle keinen Niederschlag gefunden hat. Mir persönlich gefiel die Neuauflage der Klasse nämlich deutlich besser. Wenigstens wurde an der Farbe was geändert 😉
Spaß bei Seite: Das Modell ist – und das zieht sich durch den kompletten Brick! – deutlich besser bemalt als (sagen wir mal rund) 90% der bisher zu bekommenden Modelle des Systems. Deutlich sauberer, klar und beinahe vielfältig. Die Lakota weiß zu gefallen.

Das Schiff:
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Die Lakota verfügt über die für die benannten Vertreter dieser Klasse bekannten Spielwerte von 3 / 1 / 5 / 4 und kostet damit 26 Punkte. Allerdings wohnen dem Kartensatz Optionen inne, um Teile dieser „Stat-Line“ zu verbessern. Doch dazu gleich.

Die Lakota hat, wie die generische Version auch, zwei Feuerwinkel. 180° Frontal und 90° nach hinten. Starke Abdeckung. Dafür fliegt sie sich allerdings auch wie ein Backstein. Nur rote Turns machen das Wenden nicht leichter, zumal die Klasse, als Föderations-Schiff, nicht nur den typischen Federation Action Bar (Zielerfassung, Ausweichen, Scan und Kampfstationen) aufweist, sondern eben auch kein Come-About-Manöver zur Verfügung hat. Der „meep-meep“ Rückwärtsgang ist da ein schwacher Trost. Die Upgrade Möglichkeiten der Lakota sind ausgeglichen: Zweimal Crew, zweimal Waffe und einmal Tech. Da mit lässt sich etwas machen.

Die generische Version verzichtet auf einen Schildpunkt und auf einen Waffenslot.

Die Schiffsfähigkeit der Lakota ist eine passive, soll heißen, die Auslösung kostet keine Aktion.
Man darf während des „Modify Attack Dice step“ des Angriffs einen erzielten Treffer in einen kritischen Treffer umwandeln. Macht man dies, muss man sich einen Auxiliary Power Token (APT) zuweisen. Nicht atemberauben (wegen des APT und dem beschränkten Manöverrad der Klasse), kann aber schon praktisch sein, wenn mal Not am Mann ist.

Das Personal:
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Captain Erika Benteen war im Rahmen seines Coup-Versuchs, von Admiral Leyton dem Schiff als neue Kommandantin zugewiesen worden. Kurz zuvor war sie noch Leytons Adjutantin gewesen. Benteen und die Lakota sollten auf Leytons Befehl, die USS Defiant daran hindern, die Erde zu erreichen. Erst mit der Maßgabe, sie auszuschalten. Als die Defiant sich aber als zu starker Gegner auch für die aufgerüstete Lakota erwies, wies Leyton ihren Captain an, mit Quanten Torpedos auf die Defiant zu feuern und das Schiff zu vernichten. Diesem Befehl widersetzte sich Benteen dann aber und eskortierte die Defiant vielmehr zur Erde, nachdem sie von Sisko überzeugt worden war, dass das Problem nicht auf der Defiant, sondern auf der Erde zu finden war.

Passenderweise liegt Benteen dem Set als Captain (Skill 4, Kosten 3, Elite Talent Slot) bei. Den Elite Talent Slot füllt thematisch stimmig das neue Talent Defy Orders aus.

Benteen darf auf Kosten einer Aktion, sämtliche eigenen Sekundärwaffen deaktiveren (disable) um dann ein Schiff in Reichweite 1-3 anzupeilen. Dieses Schiff darf dann die Lakota nicht angreifen in der Runde, aber auch von der Lakota nicht angegriffen werden. Die Fähigkeit greift nur, wenn wenigstens eine Waffenkarte ausgeschaltet wurde. Es gibt interessanterweise keine Beschränkung im Kartentext auf „enemy ship“. Man könnte – warum auch immer man das wollen sollte – auch ein eigene Schiff so anpeilen.

Mit Defy Orders darf das Schiff einmalig (discard) eine zusätzliche Bewegung ausführen (grün oder weiß), direkt nachdem alle anderen Schiffe gezogen sind (Ende der Aktiverungsphase). Das geht aber nur, wenn man ein feindliches Schiff im Frontfeuerwinkel hat. Eigene Angriffe sind in dieser Runde gesperrt. Recht thematisch, aber mir erschließt sich grade nicht, wann ich die Karte sinnvoll einsetzen wollen würde, es sei denn, um sich aus dem Schußwinkel eines anderen Schiffes herauszubewegen. Dafür aber eine evtl. gute Schußposition auf einen Gegner aufzugeben…ich weiß nicht. Dazu kommt noch der stolze Preis von vier Flottenpunkten.

Außer Benteen sah mein kein anderes Besatzungsmitglied der Lakota in der Folge. Da man den Kartensatz aber ausfüllen muss, kam hier ein Kunstgriff zum Tragen: Man packt einfach eine Figur dazu, die zumindest mit der Schiffsklasse, der (Refit) Excelsior, in Verbindung steht. Und wen bringt uns das? Genau, Tuvok!
Aus seiner Zeit auf der USS Excelsior unter Captain Sulu (zu bestaunen in der Voyager Folge Flashback!

Tuvok darf einmalig (discard) eingesetz werden, um dafür eine Scan Aktion als freie Aktion durchführen zu können. Ja, kann man machen. Aber da gibt es natürlich, auch im Preissegment von drei Punkten, die für Tuvoks Einsatz fällig werden, bessere Föderations-Crew-Karten.

Benteen und Tuvok sind nette Karten für die Fans, allerdings nicht wirklich besonders spielstark. Kommen wir also zum Abschluss der Vorstellung zu den zwei echten Highlights des Sets.

Diese finden sich im Bereich der Tech- und Waffenupgrades. Gleich vorne weg – Quanten-Torpedos liegen dem Set (leider) nicht bei. Auch wenn das sehr thematisch gewesen wäre. Dafür aber wird dem Fakt Rechung getragen, dass Leyton die Lakota hat massiv aufwerten lassen.

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Micro Power Relays (Tech) und Upgrades Phasers kosten jeweils drei Punkte und sind Topkarten. Micro Power Relays erlaubt gleich zwei unterschiedliche Aktionen: Entweder man repariert einen nicht kritischen Hüllenschaden am eigenen Schiff, oder man darf alle seine offenen Schadenskarten umdrehen (und dann in einer späteren Runde Stück für Stück mit der gleichen Karte wegreparieren!). Die Karte wird weder ausgeschaltet noch abgelegt bei ihrem Einsatz. Finde ich richtig gut, das Ding.

Die aufgewerteten Upgraded Phasers geben einen zusätzlichen Angriffswürfel zu Primärwaffen-Angriffen hinzu, sofern das mit ihnen ausgerüstete Schiff (wie beispielsweise die Excelsior Klasse…) nicht mehr als drei Angriffswürfel von Haus aus mitbringt. Schön!

Die Formulierung des Textes legt allerdings nahe, dass man diesen einen Würfel lediglich einmalig pro Runde erhält, egal wie oft man in der Runde mit der Primärwaffe angreift (siehe auch die FAQ zur Schiffsfähigkeit der Valdore). Denn da die Karte nicht den Primärwaffen-Wert des Schiffes dauerhaft erhöht (wie es beispielsweise die Flagschiff-Karten-Ressource getan hat), sondern nur nach Auslösung des Triggers (hier: Angriff mit Primärwaffe) einen Bonus-Würfel verheißt, gehe ich davon aus, dass der Würfel einmalig zur Verfügung steht.
Warum ist das wichtig?

Nun, da habe ich wohl Mist erzählt zwischendurch. 😀

Dennoch: die Waffe erlaubt einen weiteren Angriff erlaubt, wenn man mit ihr auf ein Jäger-Geschwader gefeuert und dieses getroffen hat. Dann darf man dieses Geschwader direkt noch einmal mit der Primärwaffe unter Beschuß nehmen! Da wäre es schön, wenn auch dieser Angriff mit vier Würfel (plus evtl. einem Bonus-Würfel für die Reichweite) durchgeführt werden würde.

Ich gebe aber davon aus, dass man den Würfel eben nur einmal einsetzen darf. Man ist allerdings frei, wann in der Runde man ihn dazu nimmt. Setzt man ihn bereits beim ersten Angriff auf das Geschwader ein, ist er verbraucht und der zweite Angriff erfolgt mit dem gedruckten und evtl. entsprechend der Reichweite modifizierten Würfel-Wertes. Ein Aufheben des Würfels für den zweiten Angriff erscheint mir aber, ähnlich wie bei der Valdore, absolut möglich.

Trotz dieser (vermeintlichen) Einschränkung, sind die Upgraded Phasers eine super Sache, nicht zuletzt auch, weil man damit etwas besser gegen die wohl grade vorherrschende Fighter-Schwemme gewappnet ist.

Der Spaß darf nur einmal auf Föderationsschiffen gespielt werden (asurüstungsbeschränkung). Auf Schiffen anderer Fraktionen werden – neben dem Fraktionsstrafpunkt! – aber gleich noch mal fünf Punkte fällig. Zu teuer. Sehr schade für die D’Deridex Warbirds meiner Romulaner

Fazit:
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Sicher nicht der schlechteste Booster, den man ziehen oder kaufen kann. Das gilt sowohl für den Einsatz im Turnier, als auch für die (weitere) Verwendung am heimischen Spieltisch. Bei einer aktuellen Booster Schiff Stärke von 40 Punkten, kann man der Lakota noch 14 Punkte an Upgrades mitgeben! Da kann man quasi alle guten Karten aus dem Set einpacken. Die Phaser, die Micro Power Relays, in Abstrichen auch Benteen und hat sogar noch Luft, für die weniger guten wie das Elite Talent Defy Orders oder Tuvok.

Mit dem großen Feuerwinkel, seiner (verstärkten) Haltbarkeit und Primär-Waffenstärke wird die Lakota einer Flotte sicher gut tun. Als Casual-Spieler mit Hang zur Föderation, will man im Grunde mindestens eine, vielleicht sogar zwei, dieser Schiffchen haben. Die Upgraded Phaser Karte ist einfach zu schön und auch die Micro Power Relays können sicherlich auf den dicken Pötten der Föderation Spaß machen.

Auf jeden Fall ist die Lakota ziemlich thematisch gehalten und direkt einer der Gewinner des Reinforcement Blind Booster Bricks. Schade nur, dass sie das sehr teuer und schwer erhältlich machen dürfte.