Star Trek Attack Wing – Borg Cube (with Sphere Port) Premium Game Piece

Den Film First Contact kann man jetzt auch mit Star Trek Attack Wing erleben

Widerstand ist zwecklos. Wir von Weiterspielen wissen das mit am Besten. Es war also wenig überraschend, dass sich irgendwann auch der neue Premium Borg Cube in der Weiterspielen.net-Attack-Wing-Sammlung einfand.

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Der „neue“ Cube, weil es ja schon ein erstes Premium Game Piece Cube-Modell gab.

Anmerkung: Aktuell gibt es bei STAW folgende Premium Modelle: Deep Space 9 (zwei Versionen – OP und Retail), Borg Cube, Xindi Weapon Sphere und jetzt eben den neuen Cube.

Wir erinnern uns kurz an den „ersten“ Cube: Dieses Teil sah auch schon imposant aus, war aber punktetechnisch absolut überteuert für seine Spielwerte und brachte mit Locutus und dem Battle of Wolf 359 Missions-Pack nur wenig Spielzeug mit, welches die – im wahrsten Sinne des Wortes – riesige Anschaffung rechtfertigte. Trotzdem war das Ding irgendwie cool und folgerichtig dann auch irgendwann ausverkauft.

Der neue Premium-Cube ist aber keine schlichte Neuauflage, nein, vielmehr handelt es sich um einen anderen Cube.

Also nicht um den Cube von Wolf 359, sondern um den, der im Spielfilm Star Trek First Contact die Erde ansteuert (die WizKids nennen ihn Cube 384).

Und wie wir aus dem Kino-Film wissen, brachte dieser Cube eine BorgSphäre mit, die dann in die Vergangenheit durchstartete, nachdem die von Picard koordinierte Föderationsflotte den Cube vernichtete.

Dem zollt das Modell Tribut und liefert eine (neubemalte) Sphere als Modell mit. Und das Cube Modell selbst hat eine Öffnung, in der diese ruht und aus der sie „gestartet“ werden kann! Sehr cool.

20160819_004308Draufsicht auf die Cube Front

Der Cube hat zwei Einsatzmöglichkeiten.

Einerseits kann man ihn als „normales“ Schiff in Turnier-, Missions- oder sonstige Einsätze steuern. Dazu gibt es einen Satz klassische Spielkarten. Gleiches gilt für die Sphäre.

Anmerkung: Zu der Verwendung des Cubes im regulären Spielbetrieb folgt bei Gelegenheit ein zweiter Artikel.

Andererseits liegt dem Set eine kooperative Mission für bis zu fünf Spieler bei, die aber auch alleine unternommen werden kann. Dieser Mission widmen wir uns hier.

Neben den Modellen gibt es in der großen Pappschachtel natürlich auch noch die zum spielen von Cube und Sphere benötigten Pappmarker, Plastikaufsteller und Spielkarten.

20161102_195601Pappmarker des Sets

Bei unserer Premiere sind wir zu viert die First-Contact-Mission gegen den Cube (und seine Sphäre) geflogen. Beginnen wir also mit diesem Aspekt des Premium Game Piece.

Anmerkung: Wir haben eine buntgemischte Flotte aufgestellt, sogar die Hirogen, das Mirror Universe und auch die Species 8472 haben Schiffe  geschickt! Die Föderation hat aufgeboten, was zur Hand war, Enterprise-E, Enterprise-A

15016447_1239007592830363_1916110120634553931_oEnterprises aller Generationen vereint gegen die Borg!

und – passend zur First-Contact-Thematik – sogar einen Kreuzer der Vulkanier!

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Sogar Species 8472 steht der Allianz mit zwei Schiffen bei…

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Was uns direkt einmal positiv aufgefallen ist: Der neue silberne Cube und die silberne Sphäre sehen stark aus. Die Zeiten, in denen nur die Sternenflotte über Silberfische verfügte, sind endgültig vorbei.

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Die kooperative First-Contact-Mission (FC) ist lustig, aber wie so oft, sind die Regelbeigaben der WizKids nicht perfekt durchdacht.

Dem Cube liegen ein paar Regelkärtchen bei, die seine allgemeinen Besonderheiten im Spiel beschreiben. Seine Bewegung und so weiter. Im Missions-Spiel steht er aber einfach zentral auf der Spielfläche und bewegt sich nicht.

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Das Regelgerüst für die FC-Mission befindet sich dann aber auf einem doppelseitigen, schlecht gefalteten A-4-Blatt, welches auch noch etwas verknickt rumfliegt in der Box.

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Das gemeinsame Spiel gegen den Borg-Würfel ist für 1-5 Spieler ausgelegt. Jeder Spieler erhält eine 120 Punkte starke Teilflotte, die allerdings allesamt Teil einer Gesamtflotte sind. Für jeden Gegenspieler erhält der Borg-Würfel 30 Hüllen- und 30 Schild-Punkte. Bei unserem Probespiel also 120 Punkte jeweils! Die Werte werden auf zwei dem Set (von der Qualität den Flagschiff-Karten entsprechenden, aber größer ausgelegten) beiliegenden Papptafeln mittels eines kleinen Markers verfolgt.

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Das Schiff rüstet keine Admirals/Captain oder sonstige Karten aus. Auch keine Borg Upgrades. Er bewegt sich auch nicht.

Der Cube führt außerdem weder Aktionen durch, noch erhält er Schadenskarten. Er erleidet einfach nur Schadenspunkte (doppelte Anzahl für kritische Treffer Resultate) und regeneriert am Ende jeder Runde soviele Schild- bzw. Hüllenpunkte, wie Mitspieler teilnehmen. Das macht das Biest sehr, sehr haltbar.

Schaffen es die Spieler, die Schilde runter zu schießen (und das muss getan werden, denn Waffen, die Schilde außen vor lassen oder umgehen, greifen nicht…), lässt der Cube 384 die Sphäre starten. Diese müssen die Spieler dann auch noch verfolgen und abfangen, bevor sie (mit 1er Gradeaus-Schritten) das Spielfeld verlassen kann.

Die FC-Mission wird über zwei Karten-Decks gesteuert. Beide Decks sind fünfzehn Karten stark und nennen sich Battle Objective Cards bzw. Borg Attack Cards.

Battle Objective Cards (BOC):
Zu Beginn einer neuen Runde wird jeweils eine BOC gezogen. Diese legt drei Dinge für die aktuelle Runde fest: Es wird eine Aufgabe (Objective) zugeteilt, welche die Flotte von verbündeten Schiffen in der jeweiligen Runde erfüllen muss. Schaffen die Spieler dies, erhält die Flotte am Ende der Runde die BOC-Karte und kann diese Karte später im Spiel für positive Effekte einsetzen. Dazu gleich mehr.

Schafft sie es nicht, die Vorgaben zu erfüllen, erleidet die gesamte Flotte, teilweise aber auch nur einzelne Schiffe, einen negativen Effekt in der nächsten Runde (Repercussions).

Obgleich die Vorgaben schon knackig sind, wird die Sache noch schwieriger: Denn jede Runde herrscht ein anderer Effekt (Effect) vor, der den Schiffen das Leben schwer macht. Dieser vorgegebene Effekt steht meist in direkter Konkurrenz zu den vorgegebenen Zielen der Runde.

Beispiel: BOC 6/15:

Effect: Ships with a base cost of 30 points or less must disable their shields.

Objective: Ships must be within range 1-2 of Cube 384 at the end of the turn.

Repurcussions: Ships must select a maneuver with a speed greater than 2 during the next Planning Phase next turn, if able.

Und dann ist da auch noch das zweite Deck zu beachten, das Borg Attack Deck!

Borg Attack Deck (BAD):
Die Abkürzung ist Programm – das Deck ist wirklich fies, bad eben!
Auch von diesem Deck wird zu Beginn einer Runde eine Karte gezogen und aufgedeckt. Die offene Karte regelt, auf welche Art und Weise Cube 384 diese Runde attackiert. Das beeinflusst die Reichweite, die Anzahl der Angriffswürfel, aber auch Nebeneffekte den der Angriff haben kann.

Da sind Angriffe – abhängig von der Spieleranzal – mit bis zu 20 (!) (immerhin unmodifizierten) Würfeln am Start, oder aber solche, die einem Schiff Upgrade Karten rauben, wenn Schaden angerichtet wurde… Beispiel gefällig:

Beispiel: BAD Karte 10/15

Cube 384 has a primary weapon value of 6 and attacks all ships within range 1-3. Ships dealt damage by Cube 384 must discard 1 random Admiral, Captain or Crew Card for each damage they sustained (max. 2).

Das Zusammenspiel von Regelblatt und den beiden Decks lässt allerding leider die eine oder andere Frage offen. Grundsätzlich greift der Cube so oft an, wie Mitspieler am Tisch sitzen. In unserem ersten Spiel also vier mal. Hier aber hebelt auch die Karte die Grundregel aus, so dass der Cube tatsächlich alle Schiffe auf dem Tisch attackiert.

Da passieren krasse Sachen, grade auch das Zusammenspiel der BOC und BAD Karten ist jedes mal neu, weil beide Karten ja zufällig gezogen werden.

Die Flotte darf (1, 2 oder sogar 3) gewonnene BOC Karten einsetzen um bestimmte Effekte zu erzielen – siehe die Spielregeln oben.

Man kann den Cube zum Beispiel daran hindern, Schaden zu regenerieren oder anzugreifen.

Hat man alle Schilde des Cubes weggeschossen, startet dieser die Sphäre, die in den folgenden Runden jeweils nur von einem einzelnen Schiff der Flotte attackiert werden darf! Außerdem regeneriert der Cube ab diesem Zeitpunkt doppelt so viele Schadenspunkte pro Endphase. Das Spiel gegen das Monstrum hat es echt in sich!

Zwischenfazit:

Sowohl das Cube Modell, als auch die Sphäre sind gut gearbeitet. Allerdings braucht es etwas Fingerspitzengefühl, dass im Würfel verankerte Beiboot zu starten. Jedenfalls, wenn man das häufiger machen möchte, sollte man etwas aufpassen. Das kleine Schiff sitzt bombenfest und man sollte es vorsichtig lösen.

Die Silberbemalung sieht einfach bombastisch aus. Der neue Cube sieht viel besser aus als der alte. Was auch an der Bemalung liegt. Die neue Spähre erstrahlt ebenfalls in silbernem Glanz und schlägt meines Erachtens nach die alte ebenfalls aus dem Feld.

Die Co-Op Mission hat unsauber formulierte Regeln. Das ist leider nicht von der Hand zu weisen. Wer wird angegriffen. Gibt es nur einen Angriff, wenn eine Sonderkarte besondere Attacken zuweist, oder werden diese besonderen Attacken je nach Spieleranzahl gefahren. Kann der Cube jenseits von Reichweite 3 agieren? So viele Fragen. Und quasi keine Antworten. Es kam leider bei uns am Tisch auch zu Unstimmigkeiten dahinegehend. Nichts, was nicht beigelegt werden konnte, aber etwas besseres „wording“ und das Problem wäre nie entstanden.

Trotzdem: Alleine wegen der sehr starken Co-Op Mission und seinem Aussehen, ist das Set zu empfehlen, zumindest für größere STAW Gruppen, die regelmässig zusammen antreten und einfach mal Lust haben nicht gegeneinander, sondern – und das thematisch völlig stimmig umgesetzt – Seite an Seite mit ihren Flotten anzutreten.

So viel Spaß hatten wir seit den kooperativen Borg-Szenarien aus der OP-Serie oder aber unserer Umsetzung der Operation Return (OP Kit 1 des Dominion Wars) nicht mehr. Gut, die Classical Movies stehen noch aus, aber das will doch schon mal was heißen!

Klar, das Ding ist super teuer. Aber aus dem Co-Op-Blickwinkel betrachtet, kann man den Cube-Kauf einer sich regelmässig treffenden STAW-Gruppe anempfehlen. Am besten legt man nämlich als Gruppe zusammen. Dann kostet das Ding auch nicht mehr, als ein gemeinsamer Kinoabend (ok, vielleicht mit Popcorn und Getränk dabei und pro Nase gerechnet…), erlaubt aber durch seine mehrfache Verwendbarkeit, mehr aus dem Geld rauszuholen, als bei einem Kinobesuch.

Hier noch ein paar Impressionen aus der Schlacht:

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Anmerkung: Die Rezi wird bei Gelegenheit mit einer Besprechung der Karten des Cubes bzw. der Sphäre und deren Verwendbarkeit im klassischen Spiel fortgesetzt bzw. erweitert. Beachtet dahingehend die Bekanntmachungen in der Neutralen Zone!

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