Dust Tactics – tödlicher Spaß

Dust Tactics Einstiegsspiel Dust Tactics Einstiegsspiel

Was gibt es schöneres als das Gesicht seines Gegenspielers, wenn man dank eines herausragenden Würfelwurfes gerade eben mal mit einer Attacke ein ganzes gegnerisches Squad ausgelöscht hat? Für einen Tabletop-Spieler fast nichts. Und auch, wenn Dust Tactics ja eher als Tabletop light zu betrachten ist, macht die Fortsetzung des Zweiten Weltkriegs mit Würfeln und Plastikminis einen großen Spaß. Zeit also für eine Runde „Dust Tactics – Angespielt“…

 

Zugegeben, für tiefere Analysen eines Brettspiels ist eine Einstiegsrunde mit der ersten „Mission“ aus dem Szenario-Heft nicht eben geeignet. Jedoch: Man lernt dabei, die grundsätzlichen Spielmechanismen zu verstehen – und man erkennt schnell, welch tödliches Spiel man da auf dem Tisch aufgebaut hat (wenn denn die Würfel passen).

Dust Tactics: Walker Hans

Dust Tactics: Walker Hans

Dust Tactics: Walker Blackhawk

Dust Tactics: Walker Blackhawk

Für die Einführungsmission auf einem der beiden Kartenposter nehme man pro Fraktion einen Geher sowie eine Bodentruppen-Einheit. Gut, die Auswahl bei den Gehern fällt nicht schwer, alldieweil ja pro Fraktion nur einer in der Box ist – und das auch noch ohne jede Bewaffnungsoption. Also bastelt man sich seinen Blackhawk bzw. Hans zusammen (man steckt die Waffen in die dafür vorgesehenen Aussparungen, keine ganz triviale Angelegenheit für chronische Grobmotoriker, aber es geht), sucht sich sein Squad aus (Heavy Laser Grenadiers für die Achsenmächte, Hell Boys für die Alliierten), legt die Einheitenkarten bereit – und schon kann’s losgehen.

Zu Beginn jeder Runde würfeln beide Parteien, wer die Initiative hat – keine ganz unwichtige Angelegenheit, heißt es doch: Wer zuerst schießt, hat recht. Noch fieser: Man versucht, seine Spielzüge so zu gestalten, dass man in der einen Runde mit Einheit X als letztes zieht, um in der nächsten mit Einheit X als erstes zu ziehen – so hat man quasi zwei Züge direkt hintereinander bzw. insgesamt vier Handlungsmöglichkeiten.

Womit wir bei besagten Handlungsmöglichkeiten wären. Grundsätzlich hat jede Einheit zwei Handlungsmöglichkeiten: man kann Laufen, Angreifen, eine Fähigkeit nutzen oder nichts tun (das kostet alles eine Handlung) – oder eine Kombination daraus. Was man nicht machen darf: zweimal angreifen – dafür gibt es das so genannte Dauerfeuer, das verbraucht beide Handlungspunkte, ermöglicht es aber, Fehlschüsse (wenn man Blanks würfelt) erneut zu werfen.

Soviel in aller Kürze zur Theorie. In der Praxis will man ja erst mal vor allem eines: Nach vorne rennen (kurz Regeln nachlesen), den Abzug drücken (kurz Regeln nachlesen), den Gegner treffen (welche Rüstungsklasse hat der, hinter was verschanzt er sich?), sich diebisch freuen, wenn man jede Menge Hits gewürfelt hat – und dann dabei zusehen, wie der konsternierte Gegner (Wie? Pro Hit eine Mini weg?) seine Minis von der Platte räumen muss. Ich sag nur: Flammenwerfer. Da hilft auch kein Softcover.

Gleiches Spiel bei den leichten Gehern. Während der vereinsamte, arme Hans verzweifelt versucht, in Reichweite des Blackhawks zu kommen, wird er von den Hellboys dezent in die Zange genommen. Eine verlorene Initiative tut ihr Übriges, und von den Achsenmächten ist keine Spur mehr.

Das Ganze dauerte gerade mal 30 Minuten – wobei die meiste Zeit für’s Nachschlagen draufging (Ignorieren Flammenwerfer Softcover? Kann ein Geher über eine Munitionskiste steigen? Und warum grinst mein Gegner so hinterhältig – gut, Letzteres stand nicht im Regelwerk).

Langer Rede kurzer Sinn: Für eine knackige Einführungsrunde sehr nett, wenn auch mehr kurz- als weilig. Die Vorbereitungen dauerten gefühlt länger als das eigentliche Spiel. Aber das soll ja kein Vorwurf an die Macher sein, geht ja in so einer Startmission weniger um taktische Tiefe als ums Kennenlernen der Regeln. Das kann man mit so einer Minimission prima – und reizt damit zugleich praktisch augenblicklich zum Ankauf weiterer Einheiten. Damit auch die dritte Fraktion bald das Licht des heimischen Spieltisches erblickt, wurden deswegen flugs „Operation Zverograd“, ein SSU KV-3 Heavy Walker, ein Frontoviki Battle Squad und der wirklich geil aussehende Ground Attack Helicopter geordert. Das schreit schon nach einer neuen Runde „Ausgepackt“ – schon bald auf dieser Website…