Die Schlacht der drei Flotten

Nicht ganz Tolkien, aber doch irgendwie stimmig.

Gestern kam es nach längerer Pause mal wieder zu einem großen Star Trek Attack Wing (STAW) Spieleabend.

Dabei trafen drei Flotten aufeinander, die jeweils auf zunächst 120 Punkte angelegt waren, dann aber doch auf ~150 Punkte je Seite wuchsen. Nicht zuletzt, weil ein Mitspieler sein Geburtstagsgeschenk, das 5th Wing Patrol Ship, samt Gul Dukat und Flagschiff-Karte dann doch noch seiner Flotte hinzufügen wollte.

Während sich unsere Gastgeberin für eine komplett Klingonen-freie Flotte (ein absolutes Novum für sie!) entschied, die letztlich aus der U.S.S. Enterprise unter Jean-Luc Picard, der Tinyprise unter Jim Kirk (Jimbo!), samt Mr. Spock und Cheat Death, aber auch aus einer Borg Sphere und einer Federation Attack Fighter Ressource bestand, wählte der andere Mitspieler eine kleine Flotte, bestehend aus der Soong unter Lore (der zu diesem Zeitpunkt seinen Bruder Data scheinbar noch unter seiner Kontrolle hatte!) und dem neuen Jem’Hadar Attack Ship, was durch Gul Dukat und einer Flagschiffkarte richtig fett aufgewertet wurde.

Nach unseren Hausregeln waren insgesamt je Flotte zwei Ressourcen erlaubt, so dass sich auf der Seite der Spielerin noch ein Elite Attack Die und auf Seite der Borg/Dominion Flotte der Counter Attack Die einfanden.

Als Hindernisse legten wir einen Planeten an den Spielfeldrand, auf dem der Preis des Abends, ein von mir organisiertes Set der Officer Ressourcen aus dem COP Kit 3, gut sichtbar ausgestellt wurde. Ein paar Trümmer Marker aus dem COP Kit 2 sorgten zusammen mit der immernoch sehr, sehr coolen und großformatigen Weltraummatte der Gastgeberin für die nötige Atmosphäre am Tisch. Der gesammte Wohnzimmertisch wurde so einmal mehr zum oval geformten, großformatigen Spielfeld.

Da ich leider zeitlich arg in Verzug war, baute ich mir in der Zeit die es meinen Mitspieler kostete, sein Geschenk auszupacken eine Federation-All-Star-Flotte, bei deren Erstellung ich weniger auf Synergie, denn auf Thematik, Spielgefühl und Ausprobieren geachtet habe. Letztlich bestand meine Flotte dann aus vier Schiffen, verfügte über keinerlei Ressourcen. (Erster Fehler…^^), da ich die kompletten 150 Punkte verbaut hatte.

Ich wählte, auch um ein paar Schiffen endlich mal Spielpraxis zu gönnen, letztlich folgende Schiffe und Upgrades aus:

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Die U.S.S. Enterprise-D unter William Riker, ausgestattet mit (völlig überflüßigen Photonen Torpedoes, Shelby, Starter Miles O’Brien und Worf.

Dazu Picards erstes Kommando, die U.S.S. Stargazer, eben unter der jüngeren Version Picards, ausgestattet mit dem komplette Kartensatz des Preisschiffsets. Und ich konnte die „gefürchtete“ Tactical Station und Jack Crusher tatsächlich zum Einsatz bringen!

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Weiter ging es mit Captain Spock und der Movie Enterprise.

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Ich blieb der Thematik treu und nahm nur Karten aus der eigenen Erweiterung und stattete Spock aus mit Ilja und Sulu. Ich liebe es einfach zu faßrollen, entschuldigung, ich meinte natürlich, die Sensor Echo Aktion zu spielen und habe das im Spielverlauf auch ausgiebig getan.

Die restlichen Punkte verwendete ich darauf, dass vielleicht schwächste regulär im Handel erhältliche Föderationsschiff zu verpflichten.

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Johnathan Archer kommandierte die Archerprise – wie sie liebevoll diesen Abend genannt wurde – und wurde dabei unterstützt von Trip, T’Pol und Travis. Dazu gab es die Aft Phase Cannon und das hervorragende Tech-Upgrade Enhanced Hull Plating.

Menschenskinder, diese letztgenannte Karte ist ein Gewinner!

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Was macht das Teil Spass und dem Gegner Kummer 🙂

Ich startete – wie gewohnt – an der Kopfseite des Weltraums, während sich die Flotten der Mitspielerin (von mir aus gesehen linkerhands) auf die Flotte des Mitspielers , dessen Flotte rechterhands von mir startete, zubewegte.

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Wir alle teilten unsere Schiffe auf. Während ich mit Spock ausscherte, mit dem Hintergedanken, vielleicht hinter die Schiffe meiner Mitspielerin zu kommen und dort mit dem für mich als passionierter Romulanerspieler ungewohnt großen Feuerwinkel Spass haben zu können, eierte ich mit Stargazer in der Deckung der mittigen Debrismarker rum und plante mich langsam in die Feldmitte vorzuschleichen.

Die Enterprise-D wurde ausgeschickt, um Gul Dukats Flagschiff einzufangen, von dem ich erwartete, dass es sich in meine Richtung bewegen würde.

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Zur Unterstützung gab ich ihr die Archerprise mit.

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Mein Kumpel spaltete seine nur zwei Schiffe umfassende Flotte denn dann auch erwartungsgemäß auf (jaja, Turnierspieler sterben hier sicherlich beim Lesen tausend Tode, sei’s drum, wir spielen aus Spass und lassen auch mal Fünfe grade sein, wie man gleich noch sehen wird…), und schickte die Soong ziemlich direkt in ihren Untergang und den Gul zu mir.

Die Dame des Hauses schickte lediglich eine Vorhut in meine Richtung (die Attack Fighters machten sich auf die Reise zum südlichen Ende des Sektors), bündelte aber ansonsten ihre zwei Skill 9 Captains und die ihnen hörige Borg Sphäre zum Angriff auf die abtrünnigen Borg von Lore.

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Innerhalb von drei oder vier Spielrunden verglühte die Soong ohne größere Schäden angerichtet zu haben im Dauerfeuer dieser Schiffe.

Dabei scannte ihre gesamte Flotte was das Zeug hielt. Die Tinyprise scannte für Mr. Spock, die Sphäre für den Kampfvorteil und die EntD unter JLP spielte zu dem Scan gerne noch die „Landkarten“ Aktion („Du, was war nochmal die Aktion, deren Symbol aussieht wie eine Landkarte??“ ^^) um aus jedem Angriff viel rausholen zu können. Lediglich die Attack Fighter wichen nahezu permanent aus, was ihre Lebensdauer deutlich steigerte.

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Schon während die Soong das Feuer der kombinierten Flottenbreitseiten das erste mal zu spüren bekam, stellten wir unserem Geburtstagskind noch ein weiteres Schiff, die Starter Set Vor’cha unter Nu’Daq,

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mit Advanced Weapon System in Aussicht, mit der er dann versuchen sollte, Gul Dukat zu retten und endlich mal ein bisher von ihm nie genutztes Schiff unter seinem Kommando an den Tisch zu bringen.

Was wir erst später merkten war, dass der Gute sich dann auch noch ein kleines Borg Upgrade (wohl von Lore gespendet) gönnte und dann überraschend mit Full Assault nochmal ins Spielgeschehen eingriff.

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Die Taktik mit der Movie Enterprise schien aufzugehen. Ich bin wunderbar mit grünen Manövern hinter den Linien gekreuzt und gesensorechot, habe ein paar Schiffe ausgestauscht mit der Stargazer und den Attack Fighters,

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doch die eigentliche Musik spielte sich im Norden um die Soong und im Süden zwischen dem geflagschifften Attack Ship, den Attack Fighters und den beiden Galaxy-Klassen ab.

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Die  EntD meiner Mitspielerin- liebevoll von ihr die Haupt-Prise genannt, was mich natürlich an die Assimilation Target Prime erinnerte, von der meine Mitspieler noch garnichts wissen… –  erreichte dann das Geschehen, nachdem sie im Vorbeiflug für Kummer bei der Soong gesorgt hatte und es kam zu einem einige Runden andauernden Scharmützel.

In einem wenig sinnvollen Unterfangen manövrierte ich nach dem Untergang der Soong sowohl mit der Movie Enterprise, als auch mit der Stargazer (mit der sogar frontal!!) die Sphäre an, die zumindest der Stargazer klar machte, was für eine selten dämliche Idee das war. Auch wenn’s ein imposantes Bild abgab.

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Ihr blieb für zwei Runden jeweils noch ein Hüllenpunkt, um diesen Fehler zu bedenken, verlor aber durch die Karte Injured Captain die Option das Picard Manöver auszuprobieren. Was ein Ärger… Die Movie Enterprise schaffte es immerhin, die Sphäre zu umfliegen und dabei nur Schildschaden hinnehmen zu müssen.

Die Archerprise tauschte unterdessen Feuer mit allen Schiffen aus, die in Reichweite kamen, verlor ruck zuck zwei der drei Hüllenpunkte,

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ehe ich anfing mit Enhanced Hull Plating Unmengen von Auxiliary Power Token neben dem Schiff zu sammeln und damit sicherzustellen, dass all die schönen Crew-Karten oder die Captainsfähigkeit Archers, die an Aktionen gekoppelt sind, heute keinen Einsatz sehen würden. Dabei hatte ich mich so drauf verlassen, die Hülle mit Trip hier und da zu reparieren. Aber einen Vorteil hatte das auch: Schiffe, die quasi permanent ohne Aktion auskommen müssen, spielen sich viel, viel schneller 🙂

Dank des EHP Upgrades war die Archerprise denn dann auch das Schiff, was die Fahne meiner Flotte bis zum Schluss hochhielt, ehe es auch mit einem Schuß auf Reichweite 3 von Jimbo Kirk zerlegt wurde.

Dessen Tinyprise schwang nämlich in großem Bogen aus dem Norden herab ins südlichere Kampfgeschehen, tauschte unterwegs noch Feuer mit dem Klingonen aus, der es sich aber nicht nehmen liess, im Zusammenspiel mit der Stargazer (ehe diese dann doch letztendlich das Zeitliche segnete) und der Movie Enterprise, die Sphäre aus dem Spiel zu nehmen.

Im Süden waren inzwischen erst meine Galaxy-Klasse (Will Riker, was kannst Du eigentlich???) und kurz darauf – nach einer ungewohnten „Flug– und Aktionsfehler“-Kombination) die Haupt-Prise meiner Mitspielerin vernichtet worden.

Gul Dukat ging es erschreckend gut, die Archerprise kam nicht recht vom Fleck, die Attack Fighters waren auf halber Stärke und damit auf dem Feuerniveau der beiden Constitution Klasse Schiffe und des Attack Ships unterwegs, und dank der Kombination steigende Ausweichwerte, Ausweich-Aktion und des einen vermalledeiten Schildpunkts sehr schwer loszuwerden.

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Nach einigen weiteren turbulenten Runden (und unfassbaren Würfelergebnissen unserer Gastgeberin) war auch die Vor’Cha, die zwischenzeitlich die zwei Galaxy-Klassen mit dem Borg Upgrade Full Assault unter Feuer genommen hatte, im Kreuzfeuer zweier alter Föderationsschiffe mit dem Namen Enterprise, aus dem Spiel genommen worden.

Die Stargazer hatte die Mitte des Spielfeldes auch nie wieder verlassen, obgleich ihr Ende dank des Opfers von Jack Crusher überraschend um eine Runde verzögert werden konnte. Immerhin 🙂

Am Ende standen sich dann noch die Tinyprise (mit Warp Core Breach, aber noch Cheat Death) aber einem letzten Attack Fighter Plättchen an ihrer Seite und Gul Dukats fast völlig intakter (ein Schild, volle – und um einen Punkt verstärkte – Hülle) Attack Bug gegenüber.

Nach einigem Hin- und Hergeplänkel wurde es klar, dass die Angriffskraft der Föderationsflotte es zu einem zähen Ringen werden lassen würden (grade mal drei Angriffswürfel) gegen die (Flagschiffkarten verstärkten) drei Ausweichwürfel des Bugs, samt der permanent gewählten Ausweich Aktion.

Nach einigen Verhandlungen – und mit Blick auf die Uhr –  gab dann unsere Gastgeberin (und Gewinnerin der letzten drei Begegnungen) nach und liess Gul Dukats Spieler zum Geburtstag nicht nur mit einem neuen Schiff (und den einzigartigen Dominion Blind Booster Promokarten) nach Hause gehen, sondern überließ ihm auch die Trophäe des Tagessieges, so dass er sich nunmehr auch über einen Satz der Officer Ressourcen freuen kann.

Ich sinne natürlich auf Rache, kann aber sagen, dass wir alle, mich eingeschlossen, einmal mehr einen total unterhaltsamen Abend mit STAW hatten.

Natürlich ist unsere Stimmung eine gänzlich andere, als die bei einem Turnier – Regelfehler, Reserveschiffe und fließende Allianz-Absprachen, die alle im freundschaftlichen Umfeld stattfinden, ergeben einfach eine ganz andere Atmosphäre, die für Außenstehende sicherlich auch mal etwas befremdlich wirken mag.

Diesen Eindruck gewinnen wir jedenfalls immer, wenn der Hausherr sich kurz kopfschüttelnd dem Spielfeld nähert, dort einen Moment verweilt und dann mit einem sehr amüsierten Gesichtsausdruck das Wohnzimmer wieder verlässt… ^^.

Für uns ist diese Atmosphäre aber genau das, was wir haben wollen und brauchen um einen guten Abend im Kreise von alten Freunden zu verleben.

Meine All-Stars-Flotte, die ich quasi nicht nur fraktionspur, sondern sogar nur aus den jeweiligen (Erweiterungs-)Sets heraus gespielt habe, hat mir super viel Spass gemacht.

Und sie  sah so gut aus. 🙂

Beeindruckt hat mich die Archerprise. Und vor allem das Enhanced Hull Plating Upgrade. Was ein spannende Karte, welche die Haltbarkeit eines angeschlagenen Schiffes aber dermaßen verlängern kann!

Ich freue mich auf die Revanche, auch wenn davon auszugehen ist, dass beim nächsten Aufeinandertreffen dieser Gruppe erstmal ein anderes Spiel auf den Tisch kommen könnte. Erste Vorzeichen gab es zumindest schon… 🙂

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In diesem Sinne, viel Spass Euch da draussen beim Weiterspielen 🙂