Arkham Horror – Das LCG

Noch ein LCG? Wirklich, liebe FFGler? Und noch mal mit Lovecraftschem Hintergrund? Gehen Euch wirklich die Ideen aus? Ja, ja, ja, nein – in aller Kürze.

Fangen wir aber vorne an. Nach quälenden Monaten der Warterei kam das neuste LCG aus dem Hause FFG kürzlich ja endlich in deutscher Sprache auf den heimischen Markt. Hier ein erster Eindruck von der Übungsrunde zu zweit.

Punkt 1: Spielmaterialqualität

Die Karten haben die von FFG / Heidelberger mittlerweile längst gewohnte Qualität, sowohl was Stabilität als auch was Druckqualität und natürlich Motivwahl angeht. Die Bilder bringen das Cthulhu-Mythos schön auf den Tisch, die Begleittexte tun ihr Übriges.
Was leider fehlt: Da im Spiel nicht gewürfelt wird, sondern man stattdessen verdeckt Marker zieht, hätte man dem Spiel durchaus ein kleines Stoffsäckchen in Scrabble-Manier spendieren können. Aber in der heutigen Zeit muss ja augenscheinlich überall gespart werden, also empfiehlt die Anleitung, eine Tasse oder Ähnliches zu verwenden. Joah. Nicht schön, aber selten.

Freunden des Sleevens sei gesagt: Kann man machen, muss man aber nicht. Viel gemischt wird im Spiel nicht, eigentlich nur jeweils zu Beginn. Aber wenn man eh noch 100 original FFG-Hüllen in der passenden Größe zu Hause hat, kann man das schon machen.

Punkt 2: Spielvorbereitungen

Ja, bei einem LCG hat der Spielegott vor den Spaß erstmal das ordentliche Sortieren und Auseinanderklamüsern der einzelnen Kartendecks gesetzt. Dazu gehört auch das verzweifelte Suchen nach Karten (mehr dazu hier: https://forum.heidelbaer.de/viewtopic.php?f=492&t=25486) und das etwas irrtierende Artwork, das die verschiedenen Kartenarten voneinander unterscheidet.

Punkt 3: Das Spiel

Nach einem Abend (!!!) lassen sich naturgemäß noch keine tiefschürfenden Erkenntnisse gewinnen. Aber:  Das Arkham Horror LCG macht Spaß. Die Mechanismen sind einfach gehalten – zumindest im Grundspiel – nur hinsichtlich des Timings ergaben sich doch einige Fragen, die sich noch nicht alle durch das Studium der Anleitung beantworten ließen (Ok, ich bin im gleichen Raum wie dieses eklige Monster, das gerade einen Leichnam verspießt. Greift mich das jetzt an? Muss ich es „verwickeln“? Kann ich es ignorieren?). Aber Ressourcenmanagement und allgemeine Spielzugabfolge mit Gyrosphase und Nazistapel – das geht einem doch recht fix von der Hand. (*hiereinenlachendenSmileyeinfügen*)

Hinsichtlich des Deckbuildings lässt sich nur anhand des Grundspiels natürlich nichts sagen, aber: Die entsprechenden Vorgaben und Einschränkungen der einzelnen Charaktere lassen erahnen, dass sich diese durchaus in bestimmte Richtungen spezialisieren lassen, ohne dass man gaaaaanz viel Hirnschmalz einsetzen muss.

Jetzt werden natürlich die Hardcore-LCGler aufschreien! Aber: Nach meinem bisherigen Empfinden – und ich habe mich schon einige Male durch das Deckbuilding des Herr-Der-Ringe-LCGs und Netrunner gequält – ist diese etwas vereinfachte Arte der Zusammenstellung vollkommen in Ordnung für „uns „ Casual player“. Nicht jeder mag eine wissenschaftliche Abhandlung darüber vollziehen, wie viele Gandalfs ein Deck braucht (drei natürlich!) oder wieviel ICE welcher Qualität man in x Karten unterbringen sollte.

Unser Abend in dem einsamen Haus verlief jedenfalls hochspannend – und am Ende konnten wir mit vereinten Kräften und den letzten Quäntchen Leben & geistiger Gesundheit dem gehörnten Schweinepriester zeigen, wie „der Ast um seinen Schädel passt“. Mit etwas mehr Erfahrung hinsichtlich der Spielmechanismen (und damit weniger Nachschlagens) ist ein Szenario wahrscheinlich flott gespielt. Ich freue mich schon auf weitere Ausflüge in die Welt von H.P. Lovecraft.

Demnächst dann mehr von Roland und Co.!